| ev. Predigttext | kath. 1. Lesung | kath. Evangelium |
| Hebr 13,8-9b | 1 Joh 2, 18-21 Hl. Silvester I: Ez 34, 11-16 |
Joh 1, 1-18 Hl. Silv.: Mt 16, 13-19 |

Zeit des Übergangs, Zeit der Verantwortung[i]
Altjahresabend – eine Zeit des Rückblicks und des Ausblicks. Was war, was bleibt, was verändert sich? Zunächst verändert sich scheinbar nur eine Zahl: Aus 2025 wird 2026. Doch wenn wir uns am Neujahrsmorgen im Spiegel betrachten, sehen wir dasselbe Gesicht wie am Silvesterabend – vielleicht etwas müder, aber hoffentlich um wichtige Einsichten reicher.
Stellen wir uns vor, jemand würde ab heute alle Naturkatastrophen auf einer Weltkarte vermerken, um das ganze Drama der Klimaveränderungen sichtbar zu machen. Was die Wissenschaft längst weiß, würde erschreckend deutlich: Große Veränderungen rollen auf uns zu – und wir sind gerufen, verantwortlich zu handeln und davon zu sprechen.
Als Christinnen und Christen sind wir eine Religion der Sprache, des Wortes. Wir ringen bei jedem Bibeltext um wahrhaftige Deutung. Doch wie nutzen wir diese Kraft der Sprache für nachhaltige Veränderung? Wie sprechen wir über die Schöpfung, über unser Verhältnis zur Natur, über unsere Verantwortung für kommende Generationen?
Die Verlässlichkeit Gottes als Fundament (Hebräer 13,8-9b)
- „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit." Diese Gewissheit gibt uns Kraft für den langen Atem, den Nachhaltigkeit braucht. Gottes Treue ist unser Rückzugs- und Ausgangspunkt für beharrliches Handeln – auch wenn Veränderungen langsam sind und manchmal entmutigend erscheinen.
Gott als fürsorglicher Hirte (Ezechiel 34,11-16)
Wie Gott sich um seine Schafe sorgt, so sind wir gerufen, für die Schwächsten zu sorgen – für die, die unter den Folgen des Klimawandels am meisten leiden, für die kommenden Generationen, für die stumme Schöpfung.
Das Leben schaffende Wort (Johannes 1,1-18)
„Im Anfang war das Wort" – und dieses Wort schafft Leben. Unsere Worte können Leben schaffen oder zerstören. Sprechen wir Worte, die Leben fördern, die zur Bewahrung der Schöpfung ermutigen, die Hoffnung säen?
Die Macht der Worte (Matthäus 16,13-19)
Auf Petrus' Worten baute sich die Kirche auf – welche Wirkungsgeschichte! Das zeigt uns: Worte haben Macht. Sie können Bewegungen auslösen, Bewusstsein schaffen, zum Handeln motivieren-
Vier Sprach- Schritte für das neue Jahr
- Sprechen wir von der Schöpfung als Gottes geliebtem Werk
- Reden wir von Verantwortung
- Betonen wir Gemeinschaft
- Verkünden wir Hoffnung
Wir sollten die Wirkmächtigkeit unserer Worte ernst nehmen.
- Verbinden wir spirituelle Impulse mit konkreten Schritten
- Sprechen wir von kleinen Anfängen, die Großes bewirken können
- Ermutigen wir zu nachhaltigen Lebensstilen als Ausdruck des Glaubens
- Benennen wir Umkehr als Chance, nicht als Strafe
Worte der Wahrhaftigkeit: Im Geist der Unterscheidung (1. Johannes 2,18-21) müssen wir ehrlich benennen: Die ökologische Krise ist real. Gleichzeitig dürfen wir verkünden: Gott geht mit uns den Weg der Veränderung.
Elke Wedler-Krüger, Ev. Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche)
Anmerkungen:
[i] Bibelzitate nach der Lutherbibel 2017