21.06.2026 – 3. Sonntag nach Trinitatis / 12. Sonntag im Jahreskreis

ev. Predigttext kath. 1. Lesung kath. 2. Lesung kath. Evangelium
Micha 7,18-20 Jer 20, 10-13 Röm 5, 12-15 Mt 10, 26-33

Untergangsstimmung zum Sommeranfang? Micha 7,18-20.

Mich umgibt viel Untergangsstimmung. Der menschengemachte Klimawandel führt zu Verödung von Landschaften. Heftigste Tornados und Hurricans fegen über Felder und Orte. Ob dieser Sommer erhebliche Dürren mit sich bringt? Noch ist es nicht ausgemacht. Jedes Extremwetter kommt mit dem Gefühl: Wir Menschen haben viel verkehrt gemacht, wir tragen Schuld, die nicht wieder gut zu machen ist.

Mich umgibt viel Untergangsstimmung: Die einen wollen vom Klimawandel nichts mehr hören. Vielleicht gibt es ihn ja nicht, wenn man ihn ignoriert. Andere belastet ihre Ohnmacht: Was hilft meine Müllervermeidung, wenn im Nahen Osten durch den Krieg die Umwelt so belastet wird. Da macht mein Beitrag keinen Unterschied. Es wird schlimmer werden. Wieder andere halten Überflutungen, Waldbrände, Dürren und andere Naturkatstrophen für Strafen, Strafen die oft jene am härtesten treffen, die sie nicht verursacht haben.

Mich umgibt viel Untergangsstimmung. Wie gehen wir als Kirche und Gemeinde mit dieser Situation um? Vermeiden wir es von Schuld oder gar von Strafe zu sprechen? Meine Beobachtung ist: eher ja.

Womöglich gilt es, klarer zu benennen, was derzeit geschieht – wie aber, ohne die Untergangsstimmung zu verstärken?

Wie großartig ist da der Predigttext für diesen Sonntag – er weiß um Schuld und Versagen. Er weiß um Schmerz und Schuld, die daraus entstanden sind. Doch entscheidend ist für ihn Gottes Erbarmen. Hier hält einer an Gott fest, an dem Gott, der der Gott des Erbarmens ist. Dies ist die Eigenschaft Gottes, die weiter hilft, die hilft zu überleben und zu leben.

Der Blick wendet sich von der Vergangenheit in die Zukunft.

Was, wenn wir auf den Gott des Erbarmens vertrauen? Wie wird das unser Verhältnis zur Schöpfung verändern? Welche Kraft traue ich Gottes Erbarmen zu?

Vielleicht könnte es mitten in diesem Sommer darum gehen, darüber zu predigen, wo Gottes Erbarmen in der Natur sichtbar wird, wo Neuanfänge geschehen. Ein Beispiel könnte die Lausitz sein. Der Tagebau hat die Landschaft über lange Zeit zerstört. Jetzt entstehen neue wunderschöne Gegenden. (weitere Infos: Ein Naturparadies entsteht - NABU-Stiftung Nationales Naturerbe )

Anderen liegen womöglich andere Beispiele näher, wie die Vernässung von Mooren. In Kuba sind es Bauern und Bäuerinnen, die in Permakultur ihre Felder bewirtschaften und alte Früchte anbauen und ihr Wissen darüber weitergeben.

So kann man der Untergangsstimmung etwas entgegensetzen.

Barbara Neubert, Berlin