| kath. 1. Lesung | kath. 2. Lesung | kath. Evangelium |
| Dtn 8, 2-3.14b-16a | 1 Kor 10, 16-17 | Joh 6, 51-58 |
Erste Lesung
Nach hinten schauen, um Zuversicht zu schöpfen? Warum denn nicht? Das empfiehlt Gott selbst Mose und dem ganzen Volk: Übergang aus der Sklaverei zur Freiheit, Begleitung durch die lange Wanderung durch die Wüste – mit ihren Naturbedingungen wie Feuernattern und Skorpione – die bestandenen Lebensprüfungen mit der Entscheidung für die Gebote Gottes. Ja, diese Erinnerungen sollen zeigen: Gott steht den Menschen bei, Er ist der, der da ist. Dasselbe erleben und feiern wir in der Eucharistie – Zeichen des Brotes und des Weines sollen uns seine Gegenwart zeigen, seinen Beistand. Bild der Speise, die Kraft bringt, die den Körper nährt. Der anwesende Gott, der uns neue Kräfte schenkt, der uns ernährt und am Leben hält. Dein Herz soll nicht hochmütig werden – Hochmut kommt vor dem Fall – so kennen wir das Sprichwort. Dankbare Erinnerung lässt nachhaltige, echte Zuversicht finden.
Zweite Lesung
Teilnahme am Leib? Teilnahme am Blut? Das mag schon befremdlich klingen. So klang es auch in den Ohren der Zeitgenossen Jesu, wie wir im Evangelium hören. Jesus macht uns aber nicht zu Kannibalen. Er schenkt uns Brot und Wein. In seiner Zeit waren Brot und Wein ein übliches, einfaches Essen - Grundnahrungsmittel sozusagen - und ein solches sind sie bis heute in vielen Regionen, z.B. feiern die MainzerInnen mit Weck und Woi (mit Brötchen und Wein – als kurze Erklärung für all diejenigen, die diese schöne Tradition nicht kennen). Jesus gibt uns einfache Zeichen, um sehr schwierige Inhalte zu deuten, nämlich Lebenshingabe für die Seinen. Seine Lebenshingabe ruft uns in die Gemeinschaft. Der eine Leib aus Vielen – ja, das soll in seiner Kraft möglich sein – das bringt uns Zuversicht, auch wenn einige Mächtige dieser Welt lieber auf Zerspaltung und Krieg pochen.
Evangelium
Was ist nachhaltiger als ewiges Leben? Welches Versprechen kann mehr Hoffnung geben? Dieses Versprechen Jesu ist unvergleichbar größer als alle vorherigen Wunder. Fleisch essen und Blut trinken – klingt wieder ernsthaft. Bis heute macht dies Schwierigkeiten bei der Erstkommunionvorbereitung: wie den Kindern davon erzählen und dabei einerseits weder abzuschrecken, noch es andererseits zu lieblich zu machen? In dieser ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Tod Jesu, in der echten Auseinandersetzung mit dem Beispiel seines Lebens, finden wir eine echte Zuversicht. Diese Auseinandersetzung wird unser Leben nachhaltig prägen. Verharmlosung, Ausschließung der schwierigeren Abschnitte des Lebens Jesu, Reduzierung des eucharistischen Inhalts nur zur frommen Feier, wenn auch mit dem schönen Schmuck, finden ihr Ende meistens am Ende des Feiertages oder im Fotoalbum ggf. auf einem digitalen Datenträger. Mit der heutigen Feier zeigen wir Fahne für Jesus, für die Gemeinschaft der Gläubigen. Dabei sollen wir immer wachhalten: Diese Fahne zeigen wir nachhaltig nur dann, wenn wir dem Beispiel Jesu folgen, mit der Zuversicht: Er ist da, er steht uns bei, er schenkt uns dazu Kraft.
Józef Orzechowski, Darmstadt