02.04.2026 – Gründonnerstag

ev. Predigttext kath. 1. Lesung kath. 2. Lesung kath. Evangelium
Ex 12,1-4(5)6-8(9)
10-14
Ex 12, 1-8.11-14 1 Kor 11, 23-26 Joh 13, 1-15

Exodus 12,1-14 - das Gemeinsame

Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag halten. Feiert ihn als Fest für den Herrn, als Brauch für immer, von Generation zu Generation. (Ex 12,14)

Diese Geschichte wirkt nachhaltig, wirkt bis heute. „Wir waren Sklaven in Ägypten“ ist die Antwort auf die Frage, warum dieser Abend gefeiert wird, warum dieser Tag so anders ist als die anderen. Wir gehören zusammen, die, die damals am Tisch saßen, die, die heute am Tisch sitzen und die, die dereinst am Tisch sitzen und diese Worte von der Befreiung, die Worte von ungesäuertem Brot und Wein hören werden. Wir, die wir diese Worte hören, gehören zusammen, weltweit.

Gründonnerstag, der Tag predigt, das liturgische Handeln an diesem Tag predigt. Wenn es gelingt, dann stärkt es unseren Glauben und damit auch unser Sein in dieser Welt.

In diesem Jahr möchte ich dem Gedanken nachgehen, dass nicht nur in meiner Gemeinde Gründonnerstag gefeiert wird, sondern rund um den Globus. Auf dem ganzen Erdkreis schmecken und sehen Menschen heute, wie freundlich unser Gott ist, sie teilen Brot und Kelch. Dies geschieht auch an Orten, in denen der Hunger groß ist, der Hunger im Magen und der Hunger nach Gerechtigkeit. Die orthodoxe Kirche der Ukraine hat vor ein paar Jahren beschlossen, Karfreitag und Ostern am selben Datum zu feiern wie die westlichen Kirchen. Wonach schmeckt das Brot in einer von Bomben getroffenen Stadt? Wie kann der Kelch des Heils Menschen stärken, die der Krieg gezeichnet hat?

Vielleicht gibt es eine Partnergemeinde, eine Gemeinde mit der man besonders verbunden ist. Wie feiern sie Gründonnerstag?

Die Erzählung von der Nacht vor dem Auszug aus Ägypten erzählt davon, dass wir zusammen gehören. Befreiung wird nur gemeinsam gelingen.

B. Neubert, Berlin