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Fronleichnam (19.06.14)

Fronleichnam

 

ev. Predigttext kath. 1. Lesung kath. 2. Lesung kath. Evangelium
- Dtn 8, 2-3.14b-16a 1 Kor 10, 16-17 Joh 6, 51-58

Deuteronomium 8, 2

Stichworte: Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung – eine große Durststrecke

„An den ganzen Weg denken", das ist die Herausforderung. Immer wieder ist Wüste um uns herum, Hunger in der Welt und Bedrohung. Der ganze Lebensweg ist gesäumt von Gefahren, von Prüfungen und Stolpersteinen. Krieg, Vertreibung, Elend. Die Welt ist so unerlöst, wie sie nur sein kann. Wir setzen unseren Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit dagegen, wir wollen eine gesunde Umwelt und dennoch scheint der Kampf kein Ende zu nehmen. Der Weg ist zu lang, die Wüste, durch die wir mit unseren Ansprüchen ziehen, ist zu groß.

Genau in dieser Situation kommt das Manna von oben, die Stärkung vom Himmel. Man weiß nicht woher, man weiß nicht, wieso ausgerechnet jetzt. Aber die Stärkung und die neue Stärke sind da und trägt uns weiter auf unserem Lebensweg. Unsere Väter kannten dieses Manna noch nicht, gaben vielleicht zu früh auf.

An den ganzen Weg denken, das heißt in unserem Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, dass wir nicht aufgeben. Wenn wir keine Erfolge haben, wenn Krieg und Ungerechtigkeit regieren, wenn die Natur leidet, dann kommt die Stärke von Gott, sein Manna und der Blick weitet sich. Er weitet sich auf ein Ende hin, in dem alles Leid verschwunden ist. Der ganze Weg hat ein gutes Ende: Das gute Ende bei Gott.

1 Korinther 10, 16

Stichworte: Globalität, Frieden im umfassenden Sinne

Wir sind ein Leib. Die ganze Menschheit eine Einheit, die mehr ist als das, was wir greifen können, mehr als die Verträge zwischen den Nationen, mehr als die Friedensabkommen und Vereinbarungen, mehr als die UN in sich vereint? Die ganze Menschheit ist in Jesus Christus verbunden und wir verbinden uns in der Eucharistie immer wieder mit ihm, schlagen die Brücke über das Brot, zu Jesus Christus und zu allen anderen Menschen.

Mit Jesus Christus hat das Reich Gottes auf Erden begonnen und in der Nachfolge Jesu sind wir mit ihm auf dem Weg dorthin. Die ganze Welt bewegt sich auf das gute Ende bei Gott hin. Es ist eine globale Bewegung, die einen größeren Frieden als Endpunkt hat, als den, den wir schaffen können. Es ist der Frieden bei Gott. Unsere Friedensbemühungen stehen in diesem Kontext: Dass wir den Frieden auf Erden immer nur wieder von vorne beginnen können. Vollenden wird Gott diesen Frieden am Ende der Zeit.

Unser Beitrag ist der Frieden hier und jetzt, mit meinem Nachbar und weltweit. Dieser Frieden umfasst alle Nationen und alle Religionen, denn er bewegt sich auf den großen Frieden bei Gott hin, der die ganze Welt umspannt. Unser Scheitern jeden Tag ist ein Teil des Weges, auf dem wir uns an das Leiden, Sterben und Auferstehen Jesus Christi erinnern. Dafür bedürfen wir des „Kelches der Stärkung".

Johannes 6, 51

Stichworte: Gerechtigkeit, Frieden, nachhaltige Mission und Bildung

Das Brot zur Ernährung und das Brot des ewigen Lebens

Es gibt zweierlei Arten von Brot. Da ist das Brot, das Grundnahrungsmittel, das die Menschen satt macht. Es steht für das Minimum, das der Mensch zu leben braucht: Ernährung, Kleidung, ein Dach über dem Kopf. Vielleicht auch Heimat, Ausbildung und Frieden. Das Brot steht für Lebensumstände, die ein menschenwürdiges Leben garantieren und die den allermeisten Menschen auf unserem Planeten fehlen.

Es gibt das Brot des Lebens, die geistige Nahrung. Sie ist nicht greifbar, macht niemals satt. Die geistige Nahrung ist das, was jeder Glaubende braucht, um die Verbindung, die Gott mit uns aufgenommen hat, aufrecht zu erhalten. Die reichhaltigste Nahrung in diesem Sinne ist Jesus Christus selbst. Er hat sich uns geschenkt und schenkt sich uns weiterhin in der Eucharistie. Er ist die Nahrung, die den Glauben stärkt, das „Grundnahrungsmittel" der Kirche.

Das Brot des Leibes und das Brot des Geistes, das eine ohne das andere macht nicht satt, nicht lebenssatt. Deshalb ist Mission immer auch Entwicklungshilfe und Verkündigung immer auch Bildungs- und Sozialarbeit. Deshalb braucht es für gerechte Verteilung der Nahrungsmittel und Ressourcen auf der Erde auch den Einsatz für gerechte Strukturen. Aus der Eucharistie folgen Politik und die persönliche Umkehr. Das Brot des Lebens verändert. Es führt uns in die Nachfolge Jesu Christi, der uns auf den Weg in die Ewigkeit führt.

Eckhard Raabe

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