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13. Sonntag nach Trinitatis / 24. Sonntag im Jahreskreis (14.09.14)

13. Sonntag nach Trinitatis / 24. Sonntag im Jahreskreis

 

ev. Predigttext kath. 1. Lesung kath. 2. Lesung kath. Evangelium
Apg 6, 1-7 Sir 27, 30 - 28, 7 (27, 33 - 28, 9) Röm 14, 7-9 Mt 18, 21-35

 

Alle zu behandelnden Predigttexte, besonders aber das in der katholischen Leseordnung vor­gesehene Evangelium, setzen für viele (vor allem unter 40-jährige) Menschen, die einigermaßen gedankenlos in einer scheinbaren Spaßgesellschaft groß gezogen worden sind, kaum fassbare  göttliche Maßstäbe, die ohne Hinführung und Vermittlung zunächst einmal bei vielen pure Abwehr­reflexe hervorrufen werden. Die dahinter liegende Spannung kann aber gerade im Bewusstsein davon, dass "der Zug der Zeit ohne die kirchliche Sprache weitergefahren ist und die Menschen jetzt (für gewöhnlich) nur noch Bahnhof verstehen"[1] (Andreas Knapp) dennoch erlebbar und meines Erachtens in einer Zeit gesellschaftspolitischer Agonien und Erosionen sogar ganz neu fruchtbar gemacht werden. Das erfordert jedoch eine situative Vergewisserung bezüglich des Adressaten der Ansprache und ein didaktisch reflektiertes Vorgehen beim Predigen. Von daher sind die Text­grundlagen verantwortungsvoll zu erschließen (exegetische Überlegungen), damit sie dann im Verstehenshorizont der gegenwärtigen Vielfach-Krisenerfahrungen heutigen Mensch-werdens, die aufs engste mit der imperialen Lebensweise der "globalen Konsumenten­klasse" verknüpft sind, zum Klingen gebracht werden können.[2] (Nachhaltigkeits­bezug)

Wer sich auf einen solchen Weg einlässt, dergestalt nicht nur tief, sondern auch breit zu graben, wird reich belohnt: Denn dann kommt die frohe Botschaft Gottes als Lebensoption zum Vor-schein, die durch gewagtes Leben bewährt werden will, und zwar auf eine erdende Weise, die dem inmitten von ökologischer Übernutzung und sozialer Polarisierung frei flottierenden post­modernen Lebensgefühl belastbar einen Sinn für Bedeutung und Wesentlichkeit verschaffen kann!

Exegetische Überlegungen: Zonen befreiten Lebens - Ordnungen der Barmherzigkeit 

Mt 18, 21-35 steht innerhalb einer der vier großen Reden, die der Evangelist Jesus in den Mund legt (hier: die sog. "Gemeinderede") und setzt darin auf nicht gerade bruchlose Weise den katholischen Predigttext vom vergangenen Sonntag fort, der von der Binde- und Lösegewalt der Gemeinde bis hin zum möglichen Ausschluss gehandelt hatte. Zu beachten ist: Die übergreifende Leitlinie des 18. Kapitels ist das Kleinwerden/Niedrigwerden als Voraussetzung für gemein­schafts­fähige Existenz, also eines Daseins im Dienst der gelebten und erfahrenen Gemeinschaft derer, die mit Jesus unterwegs sind. (18, 3f.) Innerhalb dieses Rahmens geht es hier wie da um  Beziehungsqualität. Diese wird dort möglich, wo Geschwisterlichkeit und Gemeinschaft auch durch Konflikte hindurch (Vorsonntag) als Kennzeichen der von Gott herausgerufenen und in seinem heiligen Geist bewirkten Gemeinde ("notae ecclesiae") bewahrt werden: und zwar im absoluten Ernstnehmen von Geschwistern (siehe auch Röm 14, 7-9, wo  dies auf im Glaubens­vollzug "Starke" und "Schwache", d.h. Regelbedürftige angewendet wird), d.h. im immer wieder neuen Zugehen auf sie; selbst und gerade dann, wenn sie gefehlt haben. Angezielt wird dergestalt eine Wende in der eigenen Lebensorientierung, ein verzichten können auf Herrschaftsausübung, menschliche Größe, sich Rang und Namen machen wollen, Selbstdarstellung[3] - ein Vorgang, der dem Erzählduktus nach folgerichtig eher befreiend erlebt zu werden scheint als dass man sich dies durch eine schwer fallende Anstrengung abverlangen müsste wie Menschen, die noch nicht mit der Frohbotschaft Gottes in Berührung gekommen sind, sich dies vorzustellen pflegen - eben weil man ja nun "coram Deo" leben darf. Ganz folgerichtig wird Paulus im Modus der Erlöstheit später fortführen: "Wer sich also rühmen will, der rühme sich des Herrn..."  

Die Grenze der christlichen Gemeinschaft wird - das fällt in diesem frühen Stadium von Gemeinde­bildung auf - noch nicht durch Irrlehren oder Häresien, sondern ganz unbefangen durch Tatsünden markiert: etwa der Verweigerung von Vergebung (V. 31-35),  dem unbefragt weiter mit sich herumtragen von Herrschaftsansprüchen oder dem damit zusammenhängenden zu-fall-bringen der neuen Glaubensexistenz von Gemeindemitgliedern (Mt 18, 6-9),  Macht­demon­strationen, Lieblosigkeit (Mt 6, Bergpredigt) oder unterlassene Hilfeleistung z. B. in Sachen Gast­freundschaft (Mt 25,43).

Dem von Matthäus sorgfältig durchkomponierten Erzählstrang seiner Parabel kommt die Pointe zu, dass die Sünde angesichts des Endgerichtes, das  - welche Befreiung für das mensch­liche Miteinander (!) - Gott selbst vorbehalten bleibt (Vers 34f.), nicht bagatellisiert wird. Die Kirche Jesu Christi muss jedoch die Grenzen, die sie im Namen des Menschensohns diesbezüglich setzen muss - man denke an für im scheinbar luftleeren Raum der Gegenwart befindliche Zeitgenossen nur noch schwer zu plausibilisierende Kategorien wie Buße, Kirchenzucht, "faith and order" - stets neu aufbrechen; und zwar nicht nur siebenmal wie Petrus als Sprecher der Jünger vorschlägt. Das allein hätte in der Symbolsprache der Bibel schon Vollkommenheit, der Sache nach also "unendlich oft" bedeutet. Vielmehr soll die "Ordnung der Barmherzigkeit in der Gemeinde" so aussehen, dass 7 mal 70 mal, also unendlich mal unendlich - und das aus ganzem Herzen (vgl. bereits Mt 6, 21; 11, 29; 12, 34; 15,8 und jetzt wieder Mt 18,35) -  direkt auf den anderen zugegangen wird - solange also bis er/sie endlich die Chance zur Umkehr ergreifen wird.

Christliche Gemeinden zur Zeit des Matthäus beanspruchen offenbar, Gen 4, 24 umzukehren und damit in Wandlung befindliche Zonen befreiten Lebens zu werden, die dergestalt Lebenswende-Entscheidungen erleichtern und mittragen, die darin bestehen, sich Gott durch eine ganz und gar erneuerte Existenz zu stellen, mithin im Verhalten gegenüber den Mitmenschen wesentlich zu werden und mit seinem Leben etwas Substan­zielles im Blick auf Bruder-/Schwesterpflichten anzufangen. Selbstkritisch sehen sie sich dennoch als "corpus permixtum" unter dem Endgericht Gottes. Letztlich ist es die angesichts der unvorstellbar großen, geradezu universalen Gnaden­erfahrung durch Gott, den König der Geschichte, von seinen Knechten (hohen Staatsbeamten?)  unvergebene Schuld gegenüber den "Kleinen", die über das Gottesverhältnis dieser "Großen" - wir könnten heute sagen der "globalen Konsumentenklasse", welche sich ihre "Energiesklaven" anderswo hält - entscheidet.[4]

Erhellend fällt auch der sachlich daran anknüpfende Rückblick auf den ersttestamentlichen Lesungs­text der katholischen Ordnung aus. In den Tages des Jesus Sirach breitete sich der damals „moderne Zeitgeist“ (= Hellenismus) über den ganzen Vorderen Orient aus und setzte dem Leben der Menschen die entscheidenden Denkmaßstäbe und Eckwerte. Auch Israel ist davon nicht verschont geblieben. Das alte, biblische Lebenswissen, die traditionengestützte Lebensweise aus dem Jahwe-Glauben werden von der „hellenistischen Moderne“ verdrängt und geraten ins Vergessen. Dagegen setzt sich Sirach zur Wehr und will für die angestammte biblische Glau­bens­kultur eine Bresche schlagen. Sirach vertritt dabei keine weltflüchtige Frömmigkeit[5], sondern ist geprägt von nüchterner Lebenserfahrung. Mit der biblischen Lebenskultur sei Rache und Unversöhnlichkeit nicht vereinbar. Zorn und Groll hätten dort ebenso wenig Wurzeln wie sture und unnachgiebige Feindschaft. Im Gegenteil, ein gutes Einvernehmen in den sozialen Bezieh­ungen sei lebens­notwendig. Unbeherrschte Vergeltungssucht, Zorn und Rache würden solche Beziehungs­qualität zerstören. So ist es kein Wunder, dass die katholische Lese­ordnung diesen Textbestand herholt, um Jesu Forderung nach unbedingter Versöhnung den Schwächeren gegenüber zu unter­streichen. Schließlich lebt Jesus aus dem gleichen biblischen Lebenswissen, das Sirach gegen die „hellenis­tische Moderne“ seiner Zeit verteidigte. Gerechtig­keit und Recht­schaffenheit spielen hierbei eine tragende Rolle. Der von der biblischen Lebens­kultur anvisierte rechtschaffene Gerechte ist einer, der sich von Gott „in seinen Bund mit hineinnehmen lässt“, um mit ihm zusammen eine Weltordnung aufzubauen, in der das Wohl des Nächsten ganz oben steht. An seinem Leben „be­währt“ sich der Weg Gottes mit den Menschen, die auf seine Stimme hören, als richtig und gut.

Der evangelische Predigttext Apostelgeschichte 6, 1-7 macht anhand eines Konfliktes um die Versorgung der Witwen von sich der christlichen Gemeinde früh angeschlossen habenden "Hellenisten", die offenbar keinen Rückhalt in den Jerusalemer Großfamilien hatten, deutlich, dass es wirklich um erneuerte Gemeinschaft der verschiedenen Zugänge im einen Geist geht. Die "Hellenisten"[6] standen dafür, Tempelkult und Torafrömmigkeit (und damit auch die positiven Anteile des angestammten jüdischen Lebenswissen?) in Frage zu stellen (vgl. Mt 6, 13; 7,48; 7,53). Sie gehen aus dem Konflikt, in dem sie materiell zunächst den Kürzeren zu ziehen drohen, dem bei Matthäus vorliegenden Verlauf der Geschichte nach gestärkt hervor. Es sind die "Sieben­männer" aus ihrem Kreis (prägnanterweise dann aber doch wieder einschließlich eines jüdisch­en Proselyten, dem als letzten genannten Nikolaus), die - durch Handauflegung autorisiert -  dem weiteren Fortgang der Mission außerhalb Jerusalems (Mt. 8,4f.) und über Palästina hinaus (Mt. 11, 19f.) ihren Stempel aufdrücken werden. Es ist, als ob der Text abschließend zum Ausdruck bringen wolle: Die mit Christus ihren Weg gehende Gemeinde ruft innerhalb und außerhalb solange wachsenden Glaubensgehorsam hervor wie die inneren Konflikte umsorgt und "bebetet" und schließlich im Geist Jesu gelöst werden können (Verse 1, 6 und 7). Konkret bedeutet das an dieser Stelle auch, dass der "Dienst am Wort" (Predigt und Verkündigung als vorrangige Auf­gabe des Zwölferkreises) und der "Dienst an den Tischen" - unter dem man sich wohl noch nicht näher differenzierte sakrale Mahlgemeinschaften der Urgemeinde vorstellen muss (als vor­rangige aber wie man am gleich darauf geschilderten Geschick des Stephanus ablesen kann aber nicht ausschließliche Aufgabe der "Siebenmänner") nicht gegeneinander ausgespielt werden sollen. Dem Missstand wird bezeichnenderweise damit begegnet, dass die Einberufung der Menge der Jünger (vgl. schon Apg. 4,32) vorgenommen wird - nicht nur der Hellenisten wie die der Apostel­geschichte vorliegende Quelle dies noch vermerkt hatte.[7] Mit einer für ihn charakter­istischen Akzentverschiebung gegenüber der Überlieferung macht der Autor demnach deutlich, dass es ihm nicht mehr darum geht, dass die "Zwölf" für die Mahlzeiten der Hebräer, die "Sieben" für die der Hellenisten sorgen sollten, sondern darum, dass in einer einheitlich vorgestellten Gemeinde Fülle für alle an Leib und Seele entsteht, indem unterschiedliche Aufgaben wahrgenommen werden.

Die genannten Bibelstellen machen also ihre Maßstäbe an der um­fassenden Bereitschaft, aufeinander zuzugehen im Dienst der ökonomisch oder glaubensmäßig schwäch­eren Brüder/Schwestern  fest. Glaubens­nachfolge und praktizierte Religion ist ganz besonders der evan­gelischen Predigtstelle nach nicht nur eine Frage des Glaubens, sondern ein praktisches Lebens­ganzes, das für uns Heutige pikanterweise ökonomische Praktiken erfindet, prägt und als System koordiniert.[8] Ohne eine religiös und eben auch wirtschaftlich vorbehaltlose Koordinations- und Vergebungspraxis "um ge­mein­schaftlich vor Gott zu stehen und nicht zu fallen" und darin Fülle für alle hervor­zubringen gibt es kein Hineinkommen in das „Reich Gottes“. Für die Lebenswelten bliebe dann nur ein „Gefängnis“, in welchem von den jeweils Stärkeren skrupellos auf Heller und Pfennig ab­ge­rechnet wird. Vergessen wir darüber nicht: Niemand von den "hohen Beamten" wird vor Gott wieder heraus­kommen, „bevor nicht die ganze Schuld bezahlt ist": Wie aber soll eine Schicksals­gemeinschaft "der Kleinen" ihrerseits ihre (ökono­mische) Schuld aus­lösen (begleichen), wenn "der Verdiener" - wir könnten in heutigen Umständen sagen "eine Volks­wirtschaft wie z. B. die­jenige Griechen­lands" - buchstäblich im Schuld- bzw. Spargefängnis sitzt, ihm/ihr die Hände ge­­­­bunden sind und er/sie jeglicher Möglichkeit beraubt ist, den geschuldeten Betrag aufzutreiben?

 

Homiletische Anregungen: Neuer Aufbruch ins grausame Diesseits - oder wandelt uns schon die Furcht an?

Ernst Bloch hat in einem seiner letzen Fernsehinterviews gesagt: "Die Sehnsucht ist die einzige ehrliche Eigenschaft des Menschen!"[9] An dieser Stelle kann man auch heute noch "zupacken". Von Menschen, die die Sehnsucht nach Gott, sein Vermissen genauso wie das für die Gottes­beziehung wesenhafte Wechselspiel aus Annäherung und Entziehen vorwärtstreibt, müssen wir also reden, wenn wir den Zugang zu den Predigttexten lebensnah herstellen wollen, um eine Chance zu haben, auch jene (jungen) Menschen erreichen zu können, die auf die Frage, ob sie eine religiöse Überzeugung haben, erschrecken und typischerweise perplex wie folgt zu antworten pflegen: "Ich bin nicht Christ und auch nicht Atheist. Ich bin normal.."[10] Besonders ihnen gegen­über können wir einerseits eine neue, ganz unverbrauchte Unmittelbarkeit herstellen, müssen aber andererseits viel Sorgfalt darauf verwenden, eine zugängliche Herangehensweise zu finden, d.h. tatsächlich tragfähige Brücken in die Lebenswelt der Menschen von heute zu bauen.

Inmitten unserer heutigen Inflation der Bilder und Worthülsen, innerhalb derer es immer schwerer fällt, Relevanzen zu erkennen, Bleibendes auszukundschaften und der eigenen Wahrnehmung zu trauen, sind "unsere großen Worte", erst recht hohe Ansprüche transportierende Abstrakta wie "Vergebung" oder "Gerechtigkeit" schwer belastet. Vielleicht taucht vor dem inneren Auge der Zeitgenossen der korrekte Mensch  auf, der sich äußerlich kein Fehlerchen leistet, aber hinter der Fassade ein Herz voller Falschheit versteckt (vgl. Mt. 18, 35!) und aus seinen Paragraphen dem Mitmenschen Fallen und Gruben legen kann. Von daher sollten wir um einen festen Grund zu legen, zuerst einmal den Kontext des Evangeliums wiederherstellen, d.h. in berührbarer Sprache von Jesus Christus selbst sprechen: "Jesus, mit einer Schar von Freunden (Freundinnen auch) durch Galiläas Dörfer und Städte ziehend, hat Kranke geheilt und Geschichten erzählt von der Weltherrschaft des ewigen Gottes. Privilegien der Klasse, der Bildung galten ihm nichts. Zu seinem Umgang zählten Tagelöhner und Zöllner.
Wo Mangel sich zeigte an Nahrung oder Getränk teilte er Fische, Brot und Wein für viele. Die Gewalt von Gewalthabern verachtete er. Gewaltlosen hat er die Erde versprochen. Sein Thema: die Zukunft Gottes auf Erden, das Ende von Menschenmacht über Menschen... Auf einem Jungesel kam er geritten - Kleinleutemessias - die Finger einer Halbweltdame vollzogen die Salbung an ihm... bald verwirrt, bald euphorisch folgten ihm die Freunde, die Jünger, um bei seiner Verhaftung ratlos unterzutauchen ins Dunkel... anstatt sich verstummt zu verziehen ins bessere Jenseits brach er von neuem auf in das grausame Diesseits zum langen Marsch durch die Viellabyrinthe der Völker, der Kirchen und unserer Unheilsgeschichte. Oft wandelt uns jetzt die Furcht an, er könnte sich lang schon verirrt und verlaufen haben, entmutigt, verschollen für immer vielleicht - oder bricht er noch einmal (wie einst an Ostern) den Bann?"[11] Das kraftvoll Geistbegabte und Geerdete seiner Parabel vom Vergeben können wir in einem zweiten Schritt  hervorheben.
Und dann muss (drittens) anschaulich werden können, wie das heute gelebt werden kann: Von "local heroes" (Hans Mendl), von "Heiligen der Unscheinbarkeit" (Romano Guardini) oder wahlweise von "eucharistischen" Menschen, denen die Welt nur durchkreuzt zugänglich ist, können wir sprechen - und dabei ähnlich dem wie Jesus selbst agiert hat Nachfolge-Geschichten erzählen Die dazu vorgestellten Menschen sollten möglichst in der näheren Umgebung greifbar sein. Sie sind dann ein geglücktes Anschauungsmaterial für das Evangelium, wenn ihre Lebenskräfte  Nächsten- und Gottesliebe un­trennbar ineinander verschlungen haben, ohne sich dabei etwas abringen zu müssen.
Dabei gilt es immer den Kontext (pragmatische Wirkung) besonders zu berücksichtigen: Diese Zeugen des Evangeliums können helfen inmitten einer organischen Krise des Finanzmarktkapitalismus - lebens­weltlich immer deutlicher spür- und erahnbar als  "Europa der erodierenden Gesellschafts­ordnungen"[12] - und inmitten einer kirchlicherseits von betriebs­wirtschaftlich beeinflussten pasto­ralen Technokraten vorgegebenen "Spiritualität andauernden Wachstums" aufrecht und konstruk­tiv zu widerstehen, aufbauende Eigenzeiten und wirkliche Erfahrungsräume jenseits der "Erleberei der Gegenwart" (so schon Friedrich Gogarten)  zuzulassen. Dies aber ist die Voraussetzung (vierter  Schritt) dafür, ganz wie Jesus selbst Störungen als Chance begreifen zu können, um in einem fünften Schritt, zu dem die Predigt noch hinführen könnte, von Gottes Geist zum Auf(er)stehen gegen die hier und jetzt bereits geistig Toten instandgesetzt werden zu können.[13] Glückt dies, wird sich der bei Sirach, Matthäus und in der Apostelgeschichte aufscheinende Weg Gottes auch unter heutigen Umständen als treu, bekömmlich und wohltuend erweisen und dabei in eine (Um-)Welt münden, in der niemand über die sprichwörtliche Klinge springen muss, sondern in der das Lebenswissen der christlichen Gemeinde auf alle und alles überspringen kann, sodass sich "Durchsäuerung des Lebens coram Deo" ereignet.
Sind wir soweit, könnten wir uns in einem sechsten Schritt im Blick auf die dann vor Augen stehende Beziehungsqualität in der kirchlichen Gemeinschaft der Gläubigen davon inspirieren lassen, indem wir Bezug nehmen auf den nach wie vor höchst dringlich und evangeliumsgemäß daherkommenden Aufruf für eine pro­phe­tische Kirche im Dienst von "Leben in Fülle für alle". Die dort sichtbar werdenden  grund­le­gen­den Fragen, Anschärfungen und praktischen Gehversuche sollen zum Selber-gehen animie­ren.[14]

Für die religiös entleerte jüngere Generation mag indes die (maximal erreichbare) Zielmarke für die Ansprache sein, den Adressaten auf folgenden Gedankengang mitzunehmen: Wer die Augen öffnet und aufmerksam hinschaut, entdeckt die wachsende Zahl der Zeitrebellen, die dem Regime der Beschleunigung innerhalb des Hauptstroms der angebotsorientierten Wirtschafts­dogmatik widerstehen. Der Mainstream der Beschleunigung hat entregelte Arbeits­verhältnisse, durch­löcherte Privatsphären und die Deformation solidarischer Sicherung hinter­lassen. Und damit noch nicht genug: zum Ausgleich für all diese neuen Zumutungen auch noch einen neuen  Konsumsog nahegelegt und jungen Erwachsenen damit materiell gesehen eine stabile Lebens­perspektive raubt. Aber nicht nur das: das schleichende gesellschaftliche Abgleiten (Erosion) entfremdet nach­wachsende Menschen auch nachhaltig von dem, was man (ur)christliches Lebenswissen, "Glauben als Option" (Hans Joas) oder noch allgemeiner substanzielle spirituelle Lebens­(führungs)­konzepte nennen könnte. In dieser Situation wird sich wohl erst mit besagten Zeitrebellen, Heiligen der Unscheinbarkeit und/oder öffentlich auftretenden Gerechtigkeits­ökumenikerInnen[15] wieder etwas vom Geschmack des Reiches Gottes auftun! Dabei geht es um nicht weniger als das wieder in Übereinstimmung kommen zum dogmatischen Hauptstrom in der Christentumsgeschichte: Gott offenbart sich im heiligen Geist als Spender, Bewahrer und vergebender Befreier des Raums, in dem alles lebt, sich bewegt und existiert. Damit werden bis hin zum großräumigen Umweltschutz Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung zur vorrangigen Sache im Gottesdienst der Christen vor und nach der Liturgie:  am Altar der Kirche wie am Altar der Welt.[16]

Nachhaltige Fluchtpunkte zur gesellschaftlichen Absicherung einer solchen, letztlich persönlich zu ergreifenden, aber auf schwarmartige Anschwellung angelegten Umkehrbewegung[17] wären eine "große Transformation", die diesen Namen auch verdient, die  Mitbestimmung im Unternehmen, das Einfordern des grundgesetzlich fixierten Versprechens einer sozialen Demo­kratie, sowie eine innovative globale Finanz­architektur.[18] Wollen wir redlich bleiben und dem Indi­viduum nicht die gesamte Last alleine aufladen, so darf in unserer Verkündigung nicht unter­schlagen bleiben: Erst wenn solche Fluchtpunkte in den zivilgesellschaftlichen wie in den real­politischen Diskursfeldern der Gegenwart wieder in den Blick kommen, können die vom Evan­ge­lium her bis heute ange­stoßenen vielfältigen zivilen "molekularen Revolutionen" (Manfred Jo­suttis) wohl stabilisiert werden und müssen nicht biografisch-lebensgeschichtlich wieder ver­puffen.[19]


Positive Kontrasterfahrungen werden zunehmend möglich - in dem Maße wie es uns gelingt, das Geistliche im Weltlichen zum Ausdruck zu bringen

Jetzt im September, wenn die verhandelten Predigttexte "dran" sind, ist es Spätsommerzeit. Hinter vielen Mit­gliedern der globalen Konsumentenklasse liegt der (Fern-)Urlaub. Vermutlich gibt es noch einen Hauch von Schwimmbadidyll. Der Grill wird angeworfen. Bier- und Wein­seligkeit im eigenen Garten sind angesagt. Die Ausgeschlossenen, jener "menschliche Abfall", von dem zuerst Zygmunt Baumann und auf Betreiben von Kardianal Bergoglio dann auch das Abschluss­dokument der lateinamerikanischen Bischofskonferenz von Aparecida sprach, lebt weitgehend unberührt davon an den Rändern der Städte (in anderen Weltregionen auch bereits buchstäblich auf den Müllkippen), zumeist ohne wirkliche soziale und geistliche Perspektive und ist dabei noch zusätzlich den gnadenlosen Wirkungen des allüberall um sich greifenden Unter­schichten­fernsehens ausgesetzt.

Wenn es nach Jesus geht, sollten wir immer schon - besonders aber wohl zu dieser Jahreszeit - dorthin gehen, wo die Menschen wirklich sind, biblisch gesprochen "an die Hecken und Zäunen", wenn wir als Erstverkündigung in einer jeweils anzu­passenden Sprache, die die Menschen auch wirklich verstehen können, zum Ausdruck bringen: Wer Jesus kennen­lernt, deutet die Wirklich­keit tiefer auf Gott hin! Erfasst den Umschlagspunkt, an dem das eigene Leben sich zum Guten wenden kann! Beginnt zu staunen! Noch ist es möglich: Empfindet, atmet, liebt! Tief empfundene Dankbarkeit füllt das Herz derer, die glauben. Pflegt Lebenskultur in einer erneuerungsbereiten Gemeinschaft von Christen! Entdeckt das Wunderbare im Leben! Steckt andere an! Motiviert zu Neuem! Gebt eurem Leben eine Wende! Setzt auf Beziehungs­qualität! Seid rechtschaffen und lasst euch von Gott zum Mitschöpfer einer gerechten Weltordnung für alle machen! Mit IHM im Bunde sucht Geist wider alle Geistlosigkeit! Die Lebenskräfte müssen nicht länger auf Abwehr eingestellt bleiben! Sagt "ja" zum Leben! Erlebt jene tiefe Freude, die mitgeteilt werden will! Dann werdet ihr Äußerungen von anderen nicht  mehr als gegen euch selbst gerichtet verstehen. Macht einander frei von Vergiftungen des Selbst! Kommt in Bewegung!
Ändert etwas, renoviert, geht neue Wege! Interessiert euch für etwas! Eure Aufgabe liegt vor Euch! Werdet wesentlich! Setzt euch zur Wehr gegen manchen ach so modernen Zeitgeist. Sagt "ja" statt "jein"! Typisch Jesus war es, die Skepsis und den Groll loszulassen. Schenkt auch ihr Fröhlichkeit, lasst euch begeistern, stiftet Versöhnung! Macht den ersten Schritt! Befreit aus dem Gefängnis des ewigen aufrechnen-müssens! Legt die Liebenswürdigkeit im anderen frei, geht mit grenzenloser Liebe und Vergebungsbereitschaft auf die Menschen zu, die dessen am meisten bedürfen! Legt eure Grenzen mit Gottes Hilfe immer noch ein Stück weiter hinaus! Gebt euren Mitmenschen eine neue Chance, dass sie ihre Bedürftigkeit nicht zu verstecken brauchen - und befreit durch Annahme zum Leben. Da, wo ihr die grenzenlose Annahme durch Gott weitergebt an die Ausgeschlossenen, ob Schuldner oder Besitzlose, Kranken an Körper und Geist, religiös oder weltlich Schmuddelige, "Volksfeinden" oder Gesetzesbrechern und signalisiert: "Es gibt keine Mauer zwischen uns - von nun an geht und sündigt nicht mehr!", wird etwas in Gang kommen. Gewährt Vertrauens­vorschüsse - und gerne umsonst wie Jesus dies getan hat! Mit ihm, in ihm und durch ihn nutzt die Lebens­möglichkeiten des Glaubens an den lebens­stiftenden Gott, der sich bunt mitteilt!   

Und hinzufügen könnten wir, dass unsere lebenspraktische Antwort als Christen und als Kirchen in der Einfachheit und der Armut der Mittel der folgenden Fußstapfen besonders resonanzfähig werden mag: Der soeben zur Heilig­sprech­ung ausgerufene spätere Papst Johannes XXIII. hat noch als Patriarch von Venedig die dortige Provinzialsynode einst mit den Worten eröffnet: "Hört ihr oft das Wort Aggiornamento? Seht da unsere heilige Kirche, immer jugendlich und bereit, dem verschiedenen Verlauf der Lebens­umstände zu folgen mit dem Zweck, anzupassen, zu korrigieren, zu verbessern, anzuspornen." Gut ein Jahr später präzisierte der nunmehr Papst Gewordene das 2. Vatikanische Konzil "als Konzil des Aggio­r­namento... vor allem was die tiefe Erkenntnis und Liebe der geoffenbarten Wahrheit angeht"[20] - womit wir wieder auf die  Eindringlichkeit des Matthäus­evangeliums verwiesen wären.

Der frisch gekürte Papst Franziskus hat als er noch Erzbischof von Buenos Aires war zu einigen jungen Erwachsenen gesagt: "Bringt etwas in Bewegung. Macht etwas Neues für/mit den Jungen und Mädchen aus armen Schichten, die an den öffentlichen Schulen hoffnungslos verlassen sind!" "Wir verstanden nicht, was das soll", beschreibt die 28-jährige Paula. Stell­ver­tretender und typischer für die vielen unwissenden Menschen der globalen Konsumentenklasse hätte sie es definitiv nicht ausdrücken können. Doch auf sein Wort hin starteten sie einen "Feldversuch", aus dem eine "ständig wachsende Initiative", schließlich ein "gemeinnütziger Verein" hervorgehen konnte, umsorgt und begleitet von Bischof Bergoglio. "Wir drangen in die Subkultur der urbanen Jugendlichen aus den Armutsvierteln im Randbereich der Weltmetropole Buenos Aires ein", resümiert Paula ihre Umkehr.[21]

Während der Ansprache an die PressevertreterInnen nach seiner Wahl zum Papst erklärte Bergoglio seine Namenswahl "Franziskus" wie folgt: "Als die Sache sich bei der Wahl zuspitzte, umarmte und küsste mich ein großer Freund, Dom Claudio Hummes, und sagte mir: Vergiss die Armen nicht! Und da setzte sich dieses Wort in mir fest: die Armen, die Armen. Dann sofort habe ich in Bezug auf die Armen an Franz von Assisi gedacht. Dann habe ich an die Kriege gedacht, während die Auszählung voranschritt... Franziskus ist der Mann des Friedens. So ist mir der Name ins Herz gedrungen: Franz von Assisi. Er ist für mich dar Mann der Armut, der Mann des Friedens, der Mann, der die Schöpfung liebt und bewahrt. Gegenwärtig haben auch wir eine nicht sehr gute Beziehung zur Schöpfung, oder? Er ist der Mann, der uns diesen Geist des Friedens gibt, der Mann der Armut... Ach , wie möchte ich eine arme Kirche für die Armen!"[22] 


Was fehlt uns Heutigen, um das Reich Gottes bei den Menschen ankommen zu lassen?

Ja, es stimmt, es mangelt oft an Vertrauen auf die Erkennbarkeit und Liebe der geoffenbarten Wahr­heit - wie es die heutigen Schwachen im Glauben immer wieder einfordern -  als Türöffner zu den heutigen Menschen fehlt ganz sicher nicht weniger indes das unbedingte Mitgehen und Ein­dringen in deren sich beschleunigt wandelnde Lebensumstände, Denk- und Verstehens­gewohn­heiten -  wie es die heutigen Starken im Glauben vielfach beschwören. Das heutig-werden (Aggio­rna­mento) unserer Lebensvollzüge als Kirche vermissen wir alles in allem in deutschen Breiten nicht minder, vor allem aber ist es wohl der Mut, jenseits unserer bürgerlichen Engführungen von dem, wie die Welt zu sein habe, etwas Neues anzufangen, nicht zuletzt mit dem Mut zu unendlich mal unendlicher, weil im Herzen wurzelnder Vergebungsbereitschaft dem Nächsten gegenüber. Natürlich fehlt für gewöhnlich auch die evangeliumsgemäße Einsicht in die Notwendigkeit einer - gerne auch einmal von den Hirten umsorgten und begleiteten - grund­legenden Umkehr aus einer unbekehrten Lebenausrichtung. Was in den wohltemperierten Breiten deutscher Kirchlichkeit ebenfalls vermisst wird, ist das in vielen anderen Teilen der Weltkirche durchaus spürbare Kleinwerden/Niedrigwerden als Voraussetzung einer gemeinschaftsfähigen Existenz, also eines Daseins im Dienst der gelebten und erfahrenen Gemeinschaft derer, die mit Jesus unterwegs sind. Noch viel mehr aber fehlen kollektive Lernprozesse im Gottesvolk, wonach unser Gottesverhältnis sich als globale Konsumentenklasse, die wir die Regenerierbarkeit der Erde auf Kosten der Mit-Kreaturen und zukünftiger Generationen dauerhaft übernutzen und ganze Volkswirtschaften in Schuldknechtschaft halten, ganz entscheidend an unserem Umgang mit den Kleinen hängt, die uns ökonomisch gesehen (scheinbar) etwas schulden. 

Bei nüchternem Hinsehen kommen wir wohl kaum umhin festzustellen, dass uns Heutigen  für gewöhnlich buch­stäblich alles Wichtige zu fehlen scheint, was uns dazu verhelfen könnte, Gott zu den Menschen zu bringen in jener glaubwürdigen Übereinstimmung von Lebenseinstellung, Praxis und Geschick, Tat und Wort, um der es den Predigttexten so nachdrücklich geht. Doch die Rückbesinnung auf biblische Lebenskultur und Lebensklugheit hat tröstend gezeigt, dass dies geradezu den Normalfall des Menschen vor jenem Gottkönig ausmacht, dem wir der biblischen Zahlen­­symbolik zufolge ungefähr 600.000 mal mehr schulden als die Kleinen uns. Unsere Schuld vor Gott ist und bleibt nicht durch Leistung abzuarbeiten. Er kann und wird uns dennoch unsere Trennung von ihm vergeben; allerdings wie auch in der Vater-unser-Bitte Mt 6,12 und in Lk 6,36 bekräftigt eben gebunden daran, ob wir bereit sind, das Erfahrene mit unserem Leben an die Kleinen weiter­zugeben und mit unserem Glauben zu bezeugen.  Damit sollten wir - hoffend wider alle Hoffnung, glaubend wider allen Unglauben, liebend wider allen Stillstand (Agonie) und alle Auflösungs­erscheinungen (Erosion) unserer Zeit hier und heute und möglichst dauerhaft  beginnen!

Der Pfad des Glaubens ist biblisch-bildlich gesprochen nicht die breite Straße, auf der die vielen gehen. Er ist nicht für Straßenkreuzer gedacht und nicht für Menschen, die in ihrer Persön­lich­­keitsstruktur in sich selbst verfangen sind und ungeheuere Scheinprobleme mit sich herum­tragen auch nicht für solche, die noch nicht bereit dafür sind, persönliche wie ökologische Ruck­säcke abzu­geben; viel eher jedoch für Fußgänger, die sich darin einüben wollen, der leisen Stimme Gottes treu zu folgen und sich selbst darin treu zu werden. Locken wir sie also predigend hervor, denn wenn es wirklich nicht mehr genügend solcher Chris­ten geben sollte, dann schadet es dem Ruf der Kirche zusätzlich, wenn sie "nur noch als macht­volle leere Hülle wahr­genommen wird, hinter der geistlich nichts mehr los ist". (Manfred Lütz)

 

 

P. Schönhöffer


[1] zitiert nach : Christ in der Gegenwart 13/2013, 136.

[2] Vgl. mit Gewinn dazu: Alex Demirovic/Julia Dück/Florian Becker/Pauline Bader (Hrsg.), VielfachKrise im finanzmarktdominierten Kapitalismus, Hamburg 2011,  11-28 und bes. 79-94, sowie für den  ökumenischen Kontext noch einmal überarbeitet: Ulrich Brand/Markus Wissen, Imperiale Lebensweise, in: Massenzeitung für die ökumenische Versammlung 2014 in Mainz, o.O. Mai 2013, Seite 2.

[3] Ulrich Luz, Das Evangelium nach Matthäus, 3. Teilband, Düsseldorf 1997, 58, 78f., 550. (=EKK I/3)

 [4] Vgl. ebd. 73

[5] So Franz Trautmann in Volk Gottes 7/2002, 74

[6] Rudolf Pesch vermutet dahinter griechisch sprechende Judenchristen, die aus den hellenistischen Synagogen Jerusalems oder auch unter Jerusalemwallfahrern aus der Diaspora für den Glauben an den Messias Jesus gewonnen wurden, die den "Hebräern", also aramäisch sprechenden  Judenchristen, der Urgemeinde der Galiläer und der aus dem palästinensischen Judentum gläubig gewordenen gegenübergestellt werden. Vgl. Rudolf Pesch, Die Apostel­geschichte, 1. Teilband, Einsiedeln/Köln, 1986, 227. (= EKK 5,1)

[7] ebd. 228

[8]  Jean-Pierre Baudet, Opfern ohne Ende. Ein Nachtrag zu Paul Lafargues "Die Religion des Kapitals", Berlin 2013

[9] zitiert nach: Ottmar Fuchs, Die lebendige Predigt, München 1978, 7.

[10] zitiert nach : Christ in der Gegenwart 13/2013, 136.

[11] Kurt Marti, zitiert nach: Nachhaltig predigen, Band 6 für die Jahre 2010-2011 (Thema: Friedenssicherung) (=Reihe 3 / Lesejahr A) Mainz 2010, 68.

[12] Oskar Negt, Gesellschaftsentwurf Europa, Göttingen 2012, 7.

[13] Hilfreich dazu Klara Butting, Hier bin ich: unterwegs zu einer biblischen Spiritualität, Uelzen 2011, 67-101.

[14] www.leben-in-fuelle-fuer-alle.de

[15] Vgl. die Fülle von Grundsätzlichem und Akuellem auf www.oenid.de bzw. www.oenid.net, darüber hinaus exemplarisch in die Tiefe gehend: Kairos Europa (Hg.), Leitfaden für ein künftiges Engagement für gerechten, lebensdienlichen Frieden. Optionen zur Umsetzung der Beschlüsse von Freising und Porto Alegre, Heidelberg 2006 und Ökumenisches Netz Württemberg /Pfarramt für Friedensarbeit, Gerechter Frieden auf Erden. Texte und Arbeitsvorschläge für Gruppen, und Gemeinden zur internationalen Ökumenischen Friedensversammlung des Weltkirchenrates 2011 in Jamaica, Frankfurt 2011.

[16] siehe ebd. Kairos Europa 2006, 38. Ausführlich ist eine solche Sicht entfaltet in: Sigurd Bergmann, Geist, der Natur befreit. Die trinitarische Kosmologie Gregors von Nazianz im Horizont einer ökologischen Theologie der Befreiung, Mainz 1995. Mittlerweile liegen Übersetzungen ins Russische (1999) sowie ins Englische (2005) vor.

[17] Ausführlich hat sich der Autor den Kontext davon in: Peter Schönhöffer, Befreiende Spiritualität, Die Option für die Armen zwischen Brasilien und Deutschland, Frankfurt 1997 abgesteckt.

[18]  Kenntnisreich dazu: Conrad Schuhler, Die Mär von der Zähmung der Finanzmärkte. Der Countdown zur nächsten Krise läuft, München 2010 (= isw report Nr. 82)

[19] Einige Gedanken dieses Abschnitts stützen sich auf Friedhelm Hengsbach, Die Zeit gehört uns. Widerstand gegen das Beschleunigungsregime, Frankfurt 2012, bes. 190-274

[20] zitiert nach: Vera Krause, Kirchliche Basisgemeinden in Lateinamerika. Grundlagenartikel zur Adveniat-Aktion 2012, Essen 2012, 8.

[21] zitiert nach: Blickpunkt Lateinamerika 2/2013, 15.

[22] zitiert nach: Norbert Arntz, Papst Franziskus: Sklaverei ist Gotteslästerung. Option für die Armen und Hoffnung auf den Gott des Lebens, in: pax christi 2/2013, 4f. 

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