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Osternacht / Ostersonntag (20.04.14)

Osternacht / Ostersonntag

 

ev. Predigttext ↓ kath. Lesungen ↓ kath. Lesungen kath. Evangelium ↓

Nacht: 2 Tim 2, 8a (9b-13)



Nacht: (1. Lesung) Gen 1, 1 - 2, 2
(2. Les.): Gen 22, 1-18
(3. Les.): Ex 14, 15 - 15, 1
(4. Les.): Jes 54, 5-14          
(5. Les.): Jes 55, 1-11
(6. Les.): Bar 3, 9-15.32 - 4, 4
(7. Les.): Ez 36, 16-17a.18-28
(Epistel): Röm 6, 3-4.8-11
Mt 28, 1-10



Tag: 1 Kor 15, 19-28 Tag: (1. Les.) Apg 10, 34a.37-43 (2. Les.) Kol 3, 1-4 od. 1 Kor 5, 6b-8 Joh 20, 1-18

 

Wegen der Vielzahl der zur Auswahl stehenden Schriftlesungen verzichtet der Autor auf exegetische Anmerkungen sowie eine Predigtskizze und konzentriert sich darauf, vorhandene Bezüge zur Nachhaltigkeit aufzuzeigen. Hinzu kommen einige Beispiele zur Umsetzung und weitere Kontexte, die in der Predigt Verwendung finden könnten.

 

Bezüge zur Nachhaltigkeit, Beispiele zur Umsetzung und weitere Kontexte

1. Freiheitsgeschichten (Ex 14; Apg 10; Rom 6; 2 Tim 2; Mt 28; Joh 20)

Paulus erleidet Gefangenschaft, um des Wortes Gottes und der Freiheit anderer Willen, das Volk Israel wird von Gott aus Unterdrückung und Sklaverei hinaus in die Freiheit geführt. Jesus befreit durch Wort und Tat, schließlich durch seine Auferstehung und lädt uns ein, dass wir uns dieser Bewegung anschließen.

Im September 77, Port Elisabeth in Südafrika.

Alles lief wie üblich ab – Steven Biko liegt im Grab.

Biko, oh, Biko! Yihla Majo - Der Mann ist tot.

Nachts, wenn ich schlafen will, dann träume ich nur in rot.

Am Tag ist alles schwarz und weiß. Steven Biko ist tot. Biko, oh, Biko!

Kerzenflammen blasen wir aus, doch das geht nicht mit Feuer.

Denn, wenn eine Flamme erst einmal greift, dann bläst jeder Wind sie nur höher.

Biko, oh, Biko! Yihla Majo - Der Mann ist tot, und der Rest von der Welt, der schaut nur zu!

 

BAP: Biko (http://www.bap.de/start/musik/songtexte/titel/biko)

 

2. Neues Leben wird geschaffen – ein für alle Mal (Gen 22; Jes 54f; Ez 36; Apg 10; Röm 6; 1 Kor 15)

Gottes leidenschaftlicher Einsatz für Mensch und Schöpfung befreit zum Leben und ermöglicht neue Gemeinschaft mit ihm und untereinander. Die Erfahrung des Auferstandenen, des endgültigen und unrevidierbaren Durchbruchs zum Leben setzt Menschen in Bewegung. Die Botschaft durchwirkt die Welt und Leben - zuvor vom Tod bedroht – gelingt, individuell und sozial.

„One Egg” (www.oneegg.org) bekämpft Hunger und Armut durch einen Verbund von staatlichen Stellen, lokalen Geschäften, verschiedenen Kirchen und NGOs, um Arbeitsplätze zu schaffen und falschernährten Kindern Proteine zukommen zu lassen.

Wenn ein Hühnerstall gebaut wird, schafft das Jobs in Bezug auf den Bau, den Betrieb, den Transport und die Sorge um die Tiere. Die staatliche Seite unterstützt die Ausbildung in all diesen Bereichen und etwa die Hälfte der Eier geht an lokale Märkte, um den Menschen bezahlbare Quellen von Protein zu bieten und Einkommen zu produzieren.

Die übrigen Eier werden von den OneEgg-Sponsoren gekauft und über OneEgg-Partner angeboten. Dazu zählen Schulen, Waisenhäuser, Krankenhäuser und Horte, die Eier nutzen, um in ihren Ernährungsprogrammen und –angeboten die Versorgung durch Protein sicherzustellen.

 

3. Neuwerdung führt zur Einstellungsänderung, zu einem Perspektivenwechsel (Ez 36; Röm 6; Kol 3; Mt 28)

Wo der Mensch Gott in sich und durch sich wirken lässt, besteht die reale Möglichkeit, dass Blutvergießen und Sünde ein Ende finden, Menschen aus der Macht des Bösen befreit werden. Die Welt erhält ein neues Herz und einen neuen Geist, so dass die Welt nicht nur neu und anders gesehen, sondern auch tatsächlich neu und anders, menschlich und lebenswert wird.

Eine Kontrolle des Waffenhandels, ob für Einzelpersonen oder für Nationen, wird nicht für sich selbst den Impuls zur Gewalt oder dem Töten beenden. Aber es ist ein Beginn, etwas zu ändern, was als selbstverständlich betrachtet wird. Die Gute Botschaft des Evangeliums ist, dass die Atmosphäre von Furcht und Feindschaft nicht die natürliche Umgebung der Menschen ist und dass sie ändert werden kann.

Wenn alles, was man hat, eine Waffe ist, dann sieht alles wie ein Ziel aus. Aber wenn alles, was man hat, die Offenheit eines Kindes ist und sein Wunsch, geliebt zu werden, dann sieht alles wie ein Versprechen aus. Den Waffenhandel zu kontrollieren ist ein Anfang. Aber was wirklich den Unterschied ausmacht, ist der Umgang mit der Furcht und dem Druck, unsere Angst und Anspannung auf Kosten anderer loszuwerden. Ein neues Herz und ein neuer Geist, von dem die Bibel erzählt; so wird der Friede auf Erden keine leere Hoffnung bleiben.


Rowan Williams: Gedanke zum Tag am 23. Dezember 2012 auf BBC 4 (engl. Originalversion auf  http://www.ekklesia.co.uk/node/17681; Übers. Joachim Feldes)

 

4. Weisheit/Wahrhaftigkeit als Maßstab unseres Handelns (Bar 3f; 1 Kor 5; 2 Tim 2)

Die von Gott gegebene Ordnung gewährt Mensch und Tier Leben, ermöglicht gedeihliches Zusammenleben. U.a. Bar 3,12f weist darauf hin, dass der Mensch sich den Weg zu einem Leben in Frieden verbaut, wenn er den “Quell der Weisheit” verlässt. Gottes Wort lässt sich nicht fesseln, es will uns verändern, damit wir von Gottes Geist bestärkt und erfüllt, als not- wendiger Sauerteig die Welt in Wahrheit und Aufrichtigkeit durchwirken.

Heil dem Geist, der uns verbinden mag;
denn wir leben wahrhaft in Figuren.
Und mit kleinen Schritten gehn die Uhren
neben unserm eigentlichen Tag.

Ohne unsern wahren Platz zu kennen,
handeln wir aus wirklichem Bezug.
Die Antennen fühlen die Antennen,
und die leere Ferne trug ...

Reine Spannung. O Musik der Kräfte !
Ist nicht durch die läßlichen Geschäfte
jede Störung von dir abgelenkt?

Selbst wenn sich der Bauer sorgt und handelt,
wo die Saat in Sommer sich verwandelt,
reicht er niemals hin. Die Erde schenkt.

Rainer Maria Rilke: Sonette an Orpheus. Erster Teil XII, in: Rilke-Archiv (Hg.):
Rainer Maria Rilke, Werke I/2. Gedicht-Zyklen (1980) 494

 


Dr. J. Feldes

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