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Jubilate / 4. Sonntag der Osterzeit (21.4.13)

Jubilate

 

ev. Predigttext kath. 1. Lesung kath. 2. Lesung kath. Evangelium
1. Mose 1, 1-4a.26-31;
    2, 1-4a
Apg 13, 14.43b-52 Offb 7, 9.14b-17 Joh 10, 27-30

 

1. Mose 1-4a, 26-31; 2.1-4a:

Eine nachdenkliche bestärkende Übertragung dieses Predigttextes:
...nach Gen. 1 aus: Andere Zeiten e.V. Fastenbriefe 1, 2010:
„Ich habe geträumt. Ich sah die Erde. Sie war wüst, sie war leer. Alles war dunkel und Chaos überall. Ich hatte Angst. Ist denn niemand da? Wollte ich rufen. Da spürte ich einen Hauch. Er streifte mich, er berührte mich und ich wusste, wie man nur im Traum sicher weiß, das ist Gott. Er schwebte über den Tiefen. Ich hörte ein Wort: LICHT. Da wurde es hell. HIMMEL. Da wurde es weit. ERDE. Da konnte ich stehen. Ich sah, wie das Dunkel Farben gebar. Wie Farne und Schlingen ihre Arme ausbreiteten, ich sah Apfelbäume und Rosenbüsche wachsen. Goldfische sah ich und Rotkehlchen, Wasserfälle und Seidelbast. Ein großer Garten und ich mittendrin. Bitteschön! Hörte ich die Stimme, iss, trink, lebe. Alles ist gut."

Alles ist gut! Eine Botschaft, die zum Ausgangspunkt zurück führt, den wir im Chaos und in der Mutlosigkeit angesichts selbsterschaffener Realitäten zu verlieren drohen. Innehalten – Entschleunigen, sich (rück)besinnen und daraus schöpferische Kraft schöpfen und sich des Gesegnet -und Bewahrtseins versichern – alles ist gut! Alles war gut und es ist möglich inmitten von erlebbaren Enden neue Anfänge zu setzen mitten hinein in die Botschaft des Sonntages „Jubilate" mit seinem Fokus: Die neue Schöpfung. Wer mit Christus verbunden ist, erfährt immer wieder wozu er bestimmt ist: Nicht zur Traurigkeit, sondern zur Freude, nicht zum Tod sondern zum Leben.

Ich brauche diese (Ur)Verbindung zu meinem Gott, zum Schöpfergott und Lebensspender. In stillen Momenten spüre, rieche, höre und sehe ich die Botschaft, in der die Geschichte Gottes mit uns anfängt: Alles ist gut. Die Erde hält mich und öffnet sich mir immer wieder mit Wundern, die mein Leben ergeben, erhalten, erneuern und befreien. Ich muss sie spüren, die Wunder der Schöpfung und die Verbindung meines Lebens damit - Erst, wenn ich innehalte, liebe und staune, kann ich pflegen, bewahren und erhalten.

Keine Menschenmacht ist so stark, dass sie nicht brechen und fallen könnte. Ganz anders in der Natur: Der Wechsel von Tag und Nacht, die Abfolge der Jahreszeiten, der Lauf der Himmelskörper, die Wiederkehr von Gedeihen und Verwelken. Seit Menschengedenken vollziehen sie sich mit großer Verlässlichkeit. Jetzt droht der natürliche Rhythmus seine Stabilität zu verlieren. In unsere Situation hinein will der Ausgangspunkt der Schöpfungsgeschichte mit dem „Alles ist gut!" sprechen und durch diese Erinnerung Kräfte mobilisieren, die dem Zynismus und tatenloser Lähmung widersprechen. Es ist nicht zu spät – Gott gibt uns Zeit zum Umdenken. Das Umdenken kann heilsam befördert werden, wenn wir uns Ursprünge vergegenwärtigen und uns unseres Auftrages darinnen bewusst werden: Im „Alles ist gut!" steckt unsere Verantwortung für eine verantwortliche und gedeihliche Nutzung des von Gott geschaffenen Lebensraums. Gottes Wirken endet mit dem Sabbat, dem Ruhetag, der diese Einsicht erst ermöglicht und Kommunikation nach innen und außen fördert. Die biblische Schöpfungserzählung ist eine Segensverheißung, der wir gerecht werden sollen und können. Unser Herrschaftsmandat steht seither im Dienst der Segensvermehrung. Heute regen sich in dem vom Menschen mit verursachten Klimawandel die Chaosmächte wieder, die nach dem biblischen Schöpfungsbericht am zweiten und dritten Schöpfungstag gebannt und reguliert werden. Unser Selbstverständnis ist ausgebrochen aus dem Gleichgewicht, das im „Alles ist gut" ruht. Auch das Wundern, Dankbar sein, Freude am Leben behalten und entschleunigte Zeiten als Basis emotionaler Erkenntnis schaffen neue Anfänge. Sie reaktivieren unser Bewusstsein der Gott-Ebenbildlichkeit und die Verantwortung, die darinnen steckt. Unser Mandat zur fürsorgenden Herrschaft über die Erde beinhaltet heute immer noch und immer mehr Möglichkeiten, zu gestalten und zu heilen - sie wachsen aus der Erkenntnis:" Alles (ist) war gut!" Das verleiht Motivationskraft – diese Kraft wächst aus dem Vertrauen zu Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde und aus dem gelebten Bekenntnis zu ihm.

In den weiteren JubilatePerikopen finden sich Ausgangspunkte und Möglichkeiten des „Alles ist gut" aus der Schöpfungsgeschichte Gottes wieder und werden ganz konkret benannt und können im Einzelnen bedacht und entfaltet werden, einige Ansatzpunkte....


Apg. 13,14.43b-52:

Alles ist gut, weil...wir uns auf unsere Gemeinschaft besinnen und deren Halt nutzen, gemäß der Einsicht: Besser der kleinste gemeinsame Nenner, als der größtmögliche Unterschied. Was trägt uns und verbindet? Am Sabbat Gottes Wort hören – der siebente Schöpfungstag als Ruhetag taucht wieder auf. Störungen, Versuche, Unruhe zu stiften – sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und Halt suchen und bekennen! Alles ist gut! Gottes Heil ist unser Heil! Heil sein birgt Kräfte zum Heilmachen in sich. Kräfte verbinden sich und wirken und wachsen durch die Gemeinschaft. Wir schütteln den Staub aus unseren Kleidern – Zweifel, Zwietracht, Hetze, Häme, Schwarzseherei, Spott und Angst - erinnern uns an den Ausgangspunkt–Innehalten und Kraft schöpfen– dem Heiligen Geist trauen und begegnen. Motivation braucht Verbindung zu anderen. Verbindung stiftet wachsende Gemeinschaft. Wachsende Gemeinschaft schenkt Freude und gibt Kraft. Neuer Heiliger Geist – neuer Raum, neuer Anfang mitten im Leben. Gott wirkt in uns und durch uns! Was wir denken und tun hat Folgen – manchmal sind sie nicht absehbar. Doch Gott will, dass wir handeln, den Staub von unseren Füssen schütteln, Verbündete suchen und einladen, wider alle Erfahrung.


Offenbarung 7.9.14b-17:

Alles ist gut, weil... wir geborgen, belebt und erquickt vom Wasser des Lebens als Ausgangspunkt der Schöpfung sind! Das Ende ist in Sicht - alles wird gut, weil die Gemeinschaft ankommt in der Verheissung, die zurückführt zum Anfang. Am Ende sind nicht Chaos und Tränen, Tod und Verdammt sein sondern das Ziel, die Zusage Gottes: Alles ist gut! Sie hat sich nicht abbringen lassen vom Beieinander bleiben, von sich verbinden, vom aufeinander achten und miteinander gehen. Sie ist begleitet und bewahrt wurden, die Gemeinschaft des Glaubens in dem gemeinsamen Losgehen unter der Orientierung des „Wieder Gut werdens".

Die wertvollste Dimension des Wassers ist das „Wasser des Lebens". Was heisst für uns im Kontext der Nachhaltigkeit „rein machen"? Was heisst „abwaschen"? ..."Durst stillen"? „Aufhören zu weinen"? Wir sind auf dem Weg mit einer Verheissung, besinnen uns auf das Wesentliche, brechen auf und kommen an... (Das Bild des Wassers soll entfaltet werden.) -Wasser-Bilder aus dem Psalm 36 aufnehmen-


Johannes 10,27-30:

Alles ist gut, weil....wir untrennbar mit Christus verbunden sind. Gottes Verheissung hat Bestand und Ziel. Unser Denken und Tun hat einen Grund, der trägt. Einheit, in der Vielfalt steckt - Verweis auf den Wochenspruch: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. (2. Kor. 5,17) Verbindungen knüpfen – Leben teilen – Eins werden und bleiben. Auszug aus der Sinfonia Oecumenica in „Eine Zeit für Gottes Schöpfung": Wir glauben, dass uns in Christus die besondere Aufgabe der Menschen gezeigt wird, Gottes Ebenbild zu sein, in dem sie mit der Erde arbeiten und für ihre Bewahrung Sorge tragen, in dem sie ihre Geheimnisse und ihre Kräfte zu verstehen trachten, in dem sie auf eine sanfte und angepasste Weise mit diesen Kräften so arbeiten, dass sie allen Kindern der Erde zu gute kommen."

 

Christina Weigel

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