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Gottesdienstentwurf gegen Ausgrenzung

(aus der Arbeitsstelle Gottesdienst [ Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ] Verwendung und Veröffentlichung auf "nachhaltig predigen" gestattet.)

alternativ: Anregungen für einen Gottesdienst für Familien und Kinder mit einem Bilderbuch: "Das kleine WIR" ganz groß (von Kirsten Pflüger-Jungbluth)

Margit Zahn (EKKW)

Gottesdienst – angesichts rassistischer Gewalt

Zum Kontext

Am 19. Februar 2022 jähren sich die Anschläge von Hanau. An diesem Abend sind vor zwei Jahren aus rassistischen Motiven neun Menschen getötet worden. Am 2. Juni 2022 ist es drei Jahre her, dass der Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke vor seinem Wohnhaus in Istha aus rechtsextremistischen Motiven erschossen wurde.

Was in Nord- und Südhessen geschah, hat das Bewusstsein für die Gefahr rechtsradikaler und rassistisch motivierter Gewalt auch bei uns geschärft. Der Adventsempfang unserer Landeskirche fand im Dezember 2021 bewusst in unmittelbarer Nähe von einem der Tatorte in Hanau statt - im Gespräch mit Angehörigen der Opfer, einer Mitarbeiterin des Jugendzentrums Kesselstadt und der Sprecherin von „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung".
Die EKKW mit ihren Kirchenkreisen, Gemeinden und Einrichtungen ist der Initiative „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung" beigetreten, vielerorts hängen die Schilder deutlich sichtbar den Türen unserer Kirchen und Gemeindehäuser.

Die Beschäftigung mit dem Thema „Rassismus" ist überfällig und braucht Aufmerksamkeit - in allen gesellschaftlichen Bereichen und in der Kirche auch. Viele Zusammenhänge werden weißen Menschen erst langsam klar, während von Rassismus Betroffene sich in der Regel schon ihr Leben lang damit auseinandersetzen mussten.

Kindergärten und Schulen, Konfirmandenunterricht und Erwachsenenbildung, aber auch und Seniorenkreise und informelle Begegnungen im Kirchencafé und bei Festen bieten gute Gesprächsräume.
Auch in unseren gottesdienstlichen Anlässen soll das Thema seinen Platz finden.
Dort, wo wir als Menschenmit unseren unterschiedlichen Hintergründen unser Leben vor Gott bringen, Orientierung für unser Leben suchen und unsere Hoffnung auf eine Zukunft in Gerechtigkeit und Frieden gestärkt wird.

Anlässlich der Anschläge in Hanau am 19.2. werden im Umkreis dieses Datums Gemeinden, Schulen, Einrichtungen nach Möglichkeiten suchen, bei der Opfer rassistisch motivierter Gewalt zu gedenken – nicht nur in Hanau.
Das Gedenken kann in kleinen liturgischen Formen in der Woche geschehen, eine Zeit der gemeinsamen Stille einschließen oder das Thema findet Aufnahme im Gottesdienst am Fol-getag (20.2. Septuagesimae).
Die Vorbereitung mit Jugendlichen in der Schule oder im Konfirmandenunterricht ist sehr gut möglich, viele der Jugendlichen werden dem Thema vermutlich ohnehin im Umkreis des Tages auf ihren social media Kanälen begegnen. Hier finden Sie dazu gute Anregungen.

Danke an Katja Simon für alle Materialtipps und auch an Christiane Luckhardt und Sabine Schött vom „Runden Tisch gegen Rechtsextremismus" für ihre Hinweise.

In der „Gedenkkultur" in Hanau wie auch an anderen Orten erweist es sich als zentral, die Namen der aus rassistischen Gründen Ermordeten zu nennen und zu hören. Sie sollen nicht vergessen werden. An sie zu erinnern, erinnert an die bleibende Aufgabe, hinzusehen, wenn Menschen entwertet werden, weil sie nicht weiß sind, Deutsch nicht ihre Muttersprache ist, sie keinen christlichen Glauben haben, ...

[s. Suchbegriffe "say their names" "Hanau Metzgerstraße"]

In Kassel ist auf dem Regierungspräsidium die Realisierung eines Kunstwerkes geplant, das in großen Buchstaben den Namen des ermordeten Regierungspräsidenten mit dem von Halit Yozgat zusammen zeigt, der 2006 im Alter von 21 Jahren ermordet worden war.

Zur Gestaltung des Gottesdienstes

  • Der folgende Entwurf eignet sich zur Gestaltung eines Gottesdienstes am 20. Februar (Septuagesimae), nimmt dessen Psalm und Wochenlied so auf, dass sich ein kurzer Gottesdienst feiern lässt.

    Die liturgischen Elemente oder einzelne Predigtbausteine können auch für kleinere Gedenkformen genutzt werden. In der Predigt wurden Zitate aus dem Adventsempfang der Landeskirche aufgenommen.

  • Die Eingangsliturgie ist sprachlich so gestaltet (bzw. leicht anzupassen), dass auch junge Leute mitwirken könnten. Vor dem Eingangsgebet lassen sich konkrete Situati-onen zusätzlich einfügen, wo Menschen aufgrund von Aussehen, Herkunft, ... ausgegrenzt werden. Im letzten Teil der Predigt können diese Situationen noch einmal unter der Perspektive aufgenommen werden, dass wir zu „Fürsprecher*innen" werden.

  • Die Liedvorschläge sind unter dem Vorbehalt gemacht, dass sich die im Februar geltenden Hygienebedingungen einhalten lassen. Vielleicht Melodie spielen und Text lesen? Oder Sologesang?

Gottesdienst-Entwurf

Musik

Begrüßung

Lied 573 Lobt den Herrn
Lobt den Herrn lobt den Herrn, unter uns erblüht sein Stern.
Lobt den Herrn lobt den Herrn, unter uns erblüht sein Stern.
Er will uns zu Hilfe kommen, und er ist uns täglich nah;
er kommt nicht nur zu den Frommen, er ist für uns alle da.

Lobt den Herrn, er ist nicht mehr hoch und fern.
Lobt den Herrn, er ist nicht mehr hoch und fern.
Er hat allen Glanz verlassen, der ihn von uns Menschen trennt,
er geht jetzt durch unsere Straßen, wartet, dass man ihn erkennt.

Lobt den Herrn lobt den Herrn, er hat seine Menschen gern.
Lobt den Herrn lobt den Herrn, er hat seine Menschen gern.
Hast du ihn noch nicht getroffen? Wird dir nicht sein Wort gesagt?
Halte deine Türen offen, denn er hat nach dir gefragt.

oder: Lied 594 Der Himmel geht über allen auf

Psalm 119
(Wochenpsalm für Sexagesimae, gekürzt, auch mit verschiedenen Stimmen zu sprechen oder alle gemeinsam)

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte
und ein Licht auf meinem Weg.

Gott, dein Wort bleibt ewiglich,
so weit der Himmel reicht.

Deine Wahrheit währt für immer.

Du hast deine Erde fest gegründet –
und sie bleibt stehen.

Sie steht noch heute nach deinen Ordnungen;
denn dir soll alles dienen.

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte
und ein Licht auf meinem Weg.
(Jochen Arnold, Fritz Baltruweit, Lesungen und Psalmen lebendig gestalten, S. 70)

Wo der Gottesdienst etwa mit Jugendlichen gestaltet wird, lassen sich hier Alltagssituationen einfügen, in denen Jugendliche erleben, wie Menschen aus rassistischen Motiven entwertet werden.
Abschließen jeweils mit dem Ruf: Herr, erbarme dich. (EG 178.11)

Eingangsgebet

Weil du da bist,
Gott,
sind wir willkommen,
wo wir auch herkommen
oder wie wir aussehen.
In deinem Licht sehen wir es: Wir sind deine Menschen.

Weil du wirkst,
Gott,
verlieren wir die Angst
voreinander.
Du kennst uns alle
bei unserem Namen.

Weil du bleibst,
Gott,
leben wir miteinander
auf deiner einen Erde,
so verschieden wir auch sind.

Darum lass uns,
Gott,
bei dir bleiben
und nach deinem Wort leben. Amen.

Lesung: Galater 3, 26-29 (Basisbibel 2021)

26Ihr seid alle Kinder Gottes, weil ihr durch den Glauben mit Christus Jesus verbunden seid. 27Denn ihr alle habt in der Taufe Christus angezogen. Und durch sie gehört ihr nun zu ihm. 28Es spielt keine Rolle mehr, ob ihr Juden seid oder Griechen, Sklaven oder freie Menschen, Männer oder Frauen. Denn durch eure Verbindung mit Christus Jesus seid ihr alle wie ein Mensch geworden. 29Wenn ihr aber zu Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen. Damit bekommt ihr auch das Erbe, das Gott ihm versprochen hat.

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.

Lied 199 (Wochenlied Septuagesimae)

1. Gott hat das erste Wort. Es schuf aus Nichts die Welten und wird allmächtig gelten und gehn von Ort zu Ort.
2. Gott hat das erste Wort. Eh wir zum Leben kamen, rief er uns schon mit Namen und ruft uns fort und fort.
5. Gott steht am Anbeginn, und er wird alles enden. In seinen starken Händen liegt Ursprung, Ziel und Sinn.

Für die korrekte Aussprache der Namen der Ermordeten in der Predigt hilfreich:

https://www.bing.com/videos/search?q=say+their+names+hanau+yotube&docid=608024634662537762&mid=9696EAFA9A16C795C6B89696EAFA9A16C795C6B8&view=detail&FORM=VIRE

Predigt
Heute ist der 20. Februar. Gestern war der 19. Februar.
(Daten an die Gottesdienstzeit anpassen)
Seit zwei Jahren schmeckt dieses Datum bitter.
Es erinnert an die schrecklichen Morde von Hanau. An diesem Abend wurden in nur wenigen Minuten 9 Menschen gewaltsam getötet:

Gökhan Gültekin,
Sedat Gürbüz,
Said Nesar Hashemi,
Mercedes Kierpacz,
Hamza Kurtović,
Vili Viorel Păun,
Fatih Saraçoğlu,
Ferhat Unvar
Kaloyan Velkov.

- Moment der Stille -

 

Die Namen stehen in Hanau auf Häuserwänden. Die Gesichter dieser neun Menschen finden sich auch im Internet auf vielen Seiten. Sie hatten ihr Leben noch vor sich. Sie steckten voller Pläne, waren mitten in der Ausbildung, sorgten für Kinder und Eltern, hatten Geschwister, trösteten Freunde, machten Späße, lebten. Dem Täter Tobias Rathjen reichte, dass sie sich an diesem Abend an bestimmten Orten in der Stadt aufhielten. Er vermutete dort „Fremde" und das reichte ihm, um auf alle zu schießen. Nicht alle starben. Neun mussten ihr Leben lassen. Die Überlebenden sind getroffen für ihr Leben. Ihnen und den Angehörigen ist wichtig, dass die Namen der Getöteten in Erinnerung bleiben. Ein Mensch hat ihnen ihr Leben genommen. Die Erinnerung an sie konnte er nicht nehmen. An sie zu denken, wird Widerstand gegen das, was nicht geschehen durfte.

Als Christen und Christinnen bekennen: Gott steht am Anbeginn unseres Lebens. In seinen Händen liegen Ursprung und Ziel. Nicht in den Händen eines Menschen, der glaubt, andern das Leben nehmen zu können.
Eben haben wir es gesungen: „Gott hat das erste Wort. Eh wir zum Leben kamen, rief er uns schon mit Namen und ruft uns fort und fort."
Uns Menschen beim Namen rufen, das ist Zeichen der Zuwendung Gottes. „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen", das sagen wir im Namen Gottes, wenn wir den Namen eines Kindes bei der Taufe nennen. Du bist ein Kind Gottes.
Kind Gottes bleiben wir, das wird uns niemand mehr nehmen können. Darin drückt sich unsere Würde aus. Unverlierbar. „Unsre Namen sind im Himmel aufgeschrieben": Ein biblisches Bild. Anders als im Bild werden wir das gar nicht fassen können, wie weit Gottes Güte geht. So weit unser Himmel reicht und weiter noch. Für Gott klingt kein Name fremd und unaussprechlich. In welcher Sprache auch immer wir Menschen einander einen Namen geben. Gott kann sie rufen. Gott kennt keine Sprachgrenzen. So zu glauben, ist prägend für eine Haltung Menschen gegenüber, wie auch immer sie heißen, wie auch immer sie sich in ihrem Glauben verstehen.

Armin Kurtović, der Vater von Hamza Kurtović, beschreibt, was ihm nach dem Mord an seinem Sohn passiert ist: „Man schickt mir den Ausländerbeirat, man schickt mir einen Migrationsbeauftragten und einen Dolmetscher. Ich bin in Deutschland geboren, ich bin deutscher Staatsbürger. Ist mein Deutsch so schlecht? ... Man beschreibt nach der Tat meinen Sohn aufgrund seines Namens als orientalisch südländisch. Er war dunkelblond, blauäugig und hellhäutig."
Der überlebende Bruder von Said Nesar Hashemi bekräftigt, dass die Angehörigen der Opfer sich auch nach der Tat nicht behandelt fühlten, wie „ganz normale deutsche Bürger". Sie werden behördlich aufgefordert, dass sie „keine Rachetaten ausüben sollen. Die Behörden erwecken auch nach der Tat den Eindruck, als wären wir anders aufgrund unserer Herkunft".
Nicht selbstverständlich zugehörig sein, das erlebt Etris Hashemi in vielen Situationen, vor und nach dem Anschlag. Auch ganz alltäglich. Zum Beispiel bei seinem Jahrespraktikum in einer Bank. Wenn er dort jemand beraten hat, passiert es ihm mehrmals in der Woche, dass ein Kunde, eine Kundin hinterher bemerkt: „Sie können ja richtig gut deutsch sprechen!" Etris Hashemi sagt dazu: „Es ist bestimmt als Kompliment gemeint gewesen. Aber für mich ist das selbstverständlich. Ich bin hier geboren, ich bin hier zur Schule gegangen, ich habe hier studiert." Ihn kränkt so eine Bemerkung und er empfindet sie als abwertend.

Etris Hashemi kennt Rassismus. Und er sieht für die deutsche Gesellschaft eine große Aufgabe. Die Gesellschaft ist längst vielfältig. Unterschiedliche Menschen leben in diesem Land, lange schon. Er zitiert den Bundespräsidenten: „Wir sind ein Land mit Migrationshintergrund."

Die Aufgabe, in großer Vielfalt zusammenzuleben, hat sich den Gemeinden der Christinnen und Christen von Anfang an gestellt. Die ersten Gemeinden waren keine Gemeinschaften, in der alle einander kannten. Viele Unbekannte waren dabei, grade in den größeren Städten. Das Zusammenleben war manchmal konfliktreich, auch unter den Christenmenschen. Es gab deutliche soziale Unterschiede: Paulus zeichnet in seinen Briefen an die Gemeinden ein deutliches Bild davon. Als er bei den Galatern größere Konflikte vermutet, schreibt er an sie:
„Es spielt keine Rolle mehr, ob ihr Juden seid oder Griechen, Sklaven oder freie Menschen, Männer oder Frauen. Denn durch eure Verbindung mit Christus Jesus seid ihr alle wie ein Mensch geworden." Nach christlichen Maßstäben sind also nicht die Unterschiede entschei-dend. Sondern die Perspektive, wie ein Mensch zu sein in Christus Jesus. Dieser einende Gedanke ist für Paulus wichtig.

Das macht die ersten Gemeinden so attraktiv und zum Sammelpunkt für ganz unterschiedliche Menschen von überallher. An die Gemeinde in Rom schreibt er namentlich, wen er ihnen aufzunehmen empfiehlt. Und dann kommen lauter in unseren Ohren ungewohnt klingende Namen: Phöbe und Prisca und Aquila, und Epenätus, Andronikus und Junia, Aristubul und Herodion, Rufus, Tryphäna und Tryphosa, ... Die Liste ist noch viel länger. Paulus würdigt viele der namentlich Genannten in dem, was sie besonders gut können, auch zur Gemeinschaft beitragen können. In dieser Vielfalt konnten sich die ersten christlichen Gemeinden zu Anziehungspunkten weiterentwickeln. Gerade für Menschen, die auf der Suche nach Zugehörigkeit waren. Aber diese öffnende Perspektive für Vielfalt braucht Fürsprecherinnen und Fürsprecher. Paulus war so ein Fürsprecher. Gegen die Tendenz, allein unter sich zu bleiben und sich abgrenzen.

Walter Lübcke war so ein Fürsprecher. Sein Sohn will weitertragen, was sein Vater gelebt hat. Als der 2015 in Lohfelden die Pläne für eine Geflüchtetenunterkunft vorstellte, war eine Welle von Hass und von Morddrohungen über ihn hereingebrochen. Aber der Vater hatte sich nicht einschüchtern lassen. Er wusste sich gestärkt – auch durch Menschen, die mit ihm demokratische Werte vertraten.
Christoph Lübcke will dieses Erbe seines Vaters weitertragen. Ihm ist wichtig, „dass wir uns nicht einschüchtern lassen, wenn wir in unserm Umfeld erleben, dass jemand abgewertet und kleingemacht wird" aufgrund von Unterschieden, die Vielfalt ausmachen.

Wenn es eine Vorbereitung etwa im Konfirmandenunterricht gegeben hat, können hier Situationen eingefügt werden, in denen wir zu Fürsprechern und Fürsprecherinnen werden.
Auf dem Schulhof, im Fußballstadion, im Bus, auch in der Konfer...
Oder es geht so weiter:

Heute kommen wir hier zusammen. Wir lassen uns stärken in unserem Glauben an Jesus Christus. Vom Glauben an ihn her, wächst die Aufmerksamkeit:
Wo passiert mir das, dass ich verblüfft bin, wenn jemand mit einer nichtweißen Hautfarbe gut deutsch spricht?
Was kann das bei der Frau im Bus auslösen, wenn ich nachfrage, wo sie herkommt?
Was Interesse ausdrücken soll, kann bei ihr ganz anders ankommen, weil es ihre Erfahrung verstärkt, nicht richtig dazu zu gehören.
„Es spielt keine Rolle mehr, ob ihr Juden seid oder Griechen ... Denn durch eure Verbindung mit Christus Jesus seid ihr alle wie ein Mensch geworden." Das hat Paulus gesagt.
Christoph Lübcke hat es so formuliert: Es geht darum, „sich vor Augen zu führen, dass wir alle, alle, egal wie wir wohnen auf dieser Welt, in diesem Land Menschen sind. Und wir wollen alle in eine gute Zukunft blicken." Wo jemand diesem Verständnis widerspricht, dürfen wir nicht schweigen. Da braucht es eine klare gemeinsame Position dagegen. Sie lässt sich leichter durchhalten, wenn wir wissen, wir sind in einer Gemeinschaft getragen, meint
Christoph Lübcke.
Heute sind wir hier. Wir lassen uns stärken, auch für die Momente, in denen Widerstandskraft gebraucht wird.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Lied z.B.EG+ 79 Meine Kirche
(Höraufnahme mit Gesang in mp3 kann gern in der Arbeitsstelle Gottesdienst angefordert werden.)
1) Meine Kirche ist ein Haus mit offnen Türen,
sie hat ein Fundament, das ewig hält und trägt.
In weiten Räumen ist ein Geist zu spüren,
der Liebe wagt, von Gott geprägt.
Sie hat ein Dach, das Vielen Obdach spendet,
durch bunte Fenster strahlt Lebendigkeit,
an ihren Tischen manche Not sich wendet,
sie schenkt stets neu Geborgenheit.

Ref.: Meine Kirche, jetzt und hier,
meine Kirche lebt von dir und mir.
Meine Kirche, jetzt und hier,
meine Kirche lebt von dir und mir.

2) Meine Kirche ist ein Ort, um zu verweilen,
sie lebt von Menschen voller Mut und Phantasie,
sie lernen in ihr Brot und Wein zu teilen,
Gemeinschaft nicht als Utopie.
In ihren Gärten dürfen Kinder spielen,
und Lieder sprudeln hell aus jedem Saal.
Geschichte spricht aus Mauern, Büchern, Dielen,
das jetzt durch Segen allemal.

Ref.: Meine Kirche, jetzt und hier,...

3) Meine Kirche ist ein Geschenk, verzückt erfunden,
auf Jesu Spuren wirkt sie heilsam in der Welt.
Sie ist und bleibt an Gottes Wort gebunden,
besteht, solang es Gott gefällt.
Sie mischt sich ein, um Leben zu bewahren,
ringt mit um Frieden und Gerechtigkeit.
Sie weiß um Schuld, kann Fehler nicht ersparen
und setz doch auf Barmherzigkeit.

Ref.: Meine Kirche, jetzt und hier,...

oder:
EG 263 Sonne der Gerechtigkeit
EG 640 Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn

(Abkündigungen?)

Fürbittengebet
Du, unser Gott,
in diesen Tagen bitten wir dich besonders
für die Familien, die Freunde und Freundinnen
der in Hanau ermordeten Menschen.
Steh du ihnen bei in ihrer Trauer,
Hilf ihnen, einander beizustehen.

Für uns alle bitten wir dich, Gott:
Hilf uns hinschauen,
wo Unrecht sich einschleicht
und Hass sich breit macht.
Lass uns spüren, Gott, wo sich Gewalt anbahnt.
Zusammenhalten wollen wir und aufstehen
für ein gerechtes und friedliches Miteinander
in unseren Städten und Dörfern.
Stärke uns, couragiert einzutreten für eine Welt,
in der wir alle Menschen sind.

Mach uns aufmerksam
wo wir selbst dazu beitragen,
dass Menschen sich geringgeschätzt fühlen.
Lass uns neugierig darauf bleiben,
was wir voneinander erfahren
und miteinander lernen können.

Oder: Konkrete Situationen einfügen, wo wir selbst aufmerksam sein können.

Hören wollen wir, Gott,
auf dein schönstes Wort:
Frieden- Schalom –Salam.
Lass uns zusammenstehen als Glaubende
aller Konfessionen und Religionen.
Es uns nicht wegnehmen lassen
von Hass und Hetze
dein schönstes Wort.
Frieden – Schalom Salam.

In der Stille beten wir zu Dir.

Gemeinsam beten wir:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

(mit Elementen des Friedensgebetes von Helmut Wöllenstein und Sabine Müller-Langsdorf zum Gedenken am 19.2.2021)

Bekanntmachungen

Lied 171, 3,4 Bewahre uns, Gott

3.) Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns vor allem Bösen.
Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft, sei in uns, uns zu erlösen.

4.) Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns durch deinen Segen.
Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, sei um uns auf unsern Wegen

Segen

Musik

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