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Pfingstsonntag (31.05.20)

Pfingstsonntag


ev. Predigttext kath. 1. Lesung kath. 2. Lesung kath. Evangelium
Apg 2,1-21 Vorabend: Gen 11, 1-9 od.
Ex 19, 3-8a.16-20b od.
Ez 37, 1-14 od.
Joel 3, 1-5
Tag: Apg 2, 1-11
(V:) Röm 8, 22-27
(T:) Röm 8, 8-17 od.
1 Kor 12, 3b-7.12-13
(V:) Joh 7, 37-39
(T:) Joh 20, 19-23 od.
Joh 14, 15-16.23b-26

Aufgrund der Vielzahl der zur Auswahl stehenden Schriftlesungen verzichtet der Autor auf nähere exegetische Anmerkungen sowie eine Predigtskizze und konzentriert sich darauf, vorhandene Bezüge zur Nachhaltigkeit aufzuzeigen. Hinzu kommen einige Beispiele zur Umsetzung und weitere Kontexte, die in der Predigt Verwendung finden könnten.

Bezüge zur Nachhaltigkeit, Beispiele zur Umsetzung und weitere Kontexte

1. Es ist ein Irrweg, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen oder das Leben individualistisch zu gestalten (Gen 11, Röm 8)

Auf dem Ziel, sich selbst einen Namen machen zu wollen (Gen 11,4), liegt kein Segen und auch, wer sich vom „Fleisch“ bestimmen lässt (Röm 8,8-12), wählt die falsche Alternative.

„Auf sich allein gestellt, erweist sich die menschliche Verfassung – das Fleisch – nicht nur als schwach, sondern als grundlegend fehlgeleitet. Und für Paulus steht fest, dass die Anstrengung des Menschen noch nie zum Erfolg geführt hat und das sie niemals genügen wird: Sie ist das Bemühen, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen, der Versuch, das Fleisch durch das Fleisch zu besiegen.“

Frère John, Zwischen Tod und Leben, Freiburg i. B.: Herder, 2019, 112


2. Die Erinnerung an Gottes stete Begleitung und Zusage ermutigt dazu, sich vom seinem Geist ergreifen und in Dienst nehmen lassen (Ex 19, Joh 14 und 20)

Gott steht treu zu seinem Bund, zu seinem Volk, das er als sein Eigentum versteht, und setzt sich konsequent gegen Sklaverei sowie für die Freiheit ein. Sich daran zu erinnern und es sich bewusst zu halten, ermutigt dazu, sich von ihm neu anhauchen zu lassen, die Angst zu überwinden und sich aus seinem Geist einzusetzen für Frieden und Versöhnung.

Rund 40 Millionen Menschen leben und leiden gegenwärtig unter Formen moderner Sklaverei, wobei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. Um das Bewusstsein für dieses weltweite Verbrechen zu stärken sowie das Engagement dagegen zu fördern, haben britische Christinnen und Christen die Clewer-Initiative gegründet (www.theclewerinitiative.org). Gemeinsam mit der Gruppe „Just Enough“ hat die Initiative Unterrichtsentwürfe und liturgische Bausteine zum Thema moderne Sklaverei entwickelt und stellt diese unter www.modernslaveryeducation.com zur Verfügung.

3. Gott kann Hoffnungsloses, Ausgetrocknetes, vom Tod Bedrohtes neu beleben (Ez 37, Röm 8, Joh 7, Joh 20)

Gott will den Menschen nicht sich selbst überlassen, weil dieser sich nicht selbst aus Angst und Tod befreien kann. Und durch den Einsatz des Menschen soll die Schöpfung überhaupt erfahren und erleben, dass ihre Sehnsüchte nicht ins Leere streben, sondern ihre Erfüllung finden.

„Da ist ein Sehnen in unseren Herzen, o Gott, dass Du Dich uns offenbarst.
Da ist ein Sehnen in unseren Herzen nach der Liebe, die wir nur in Dir, unserem Gott finden.

Um Gerechtigkeit, um Freiheit, um Barmherzigkeit, höre unser Gebet.
In Sorge, in Trauer, sei nahe, höre unser Gebet, o Gott.

Um Weisheit, um Mut, um Beistand, höre unser Gebet.
In Schwäche, in Furcht, sei nahe, höre unser Gebet.

Um Heilung, um Ganzheit, um neues Leben, höre unser Gebet.
In Krankheit, im Tod, sei nahe, höre unser Gebet.

Herr, rette uns, erbarme dich, Licht in unserer Dunkelheit.
Wir rufen Dich, wir warten,
sei nahe, höre unser Gebet.
Da ist ein Sehnen in unseren Herzen, o Gott, dass Du Dich uns offenbarst.
Da ist ein Sehnen in unseren Herzen nach der Liebe, die wir nur in Dir, unserem Gott finden.“

Original Anne Quigley „There is a Longing in Our Hearts“, Übersetzung: J.F.

4. Gott verhilft dazu, Barrieren zu überwinden, unsere Horizonte zu erweitern und Gemeinschaft zu stiften (Joel 3, Apg 2, 1 Kor 12)

Träume und Visionen, die Gott schenkt, helfen weiter zu sehen, über das Vorhandene, Alltägliche hinaus. Das gilt für Junge und Alte, ist kein Privileg, das bestimmten Nationen oder sozialen Schichten vorbehalten ist. Denn Gott überwindet die Barrieren der Kurzsichtigkeit, der Sprachlosigkeit, weil er uns zu einer missionarischen, für die Schöpfung und füreinander verantwortlichen Gemeinschaft verbinden will.

2019 legte das Bildungswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland (EmK) eine Arbeitshilfe unter dem Thema „Menschliche Sexualität. Wie ein gutes Gespräch über schwierige Fragen entwickelt werden kann“ vor.

Wie andere erfährt auch die EmK die menschliche Sexualität als ein wunderbares, komplexes, faszinierendes, aber auch ein höchst kontroverses Thema. Mit der Arbeitshilfe will sie den Gemeinden und Hauskreisen helfen, über den Platz der Sexualität im eigenen Leben, in den gelebten Beziehungen und in den Gemeinschaften nachzudenken und dabei eine Form des Austausches zu finden, die frei von gegenseitiger Verletzung ist.

Auf Seite 5 der Arbeitshilfe findet sich folgendes Gebet:

„Lebendiger, liebender Gott, du hast uns in Christus ein Beispiel von selbst aufopfernder Liebe gegeben und uns gelehrt, dass vollkommene Liebe die Furcht vertreibt. Wenn wir uns der Aufgabe zuwenden, miteinander über schwierige Dinge zu reden, lehre uns, die selbst aufopfernde Liebe Christi nachzuahmen und einander Gastfreundschaft, Interesse und Fürsorge entgegenzubringen. Wenn wir unserer Kultur und unserer Kirche gegenüber Anliegen erörtern, lehre uns, auf der Verheißung deiner Liebe zu ruhen, und hilf uns, ohne Furcht zu leben. Wenn wir uns nun von dieser Zeit im Studium und Gebet verabschieden, schenke, dass wir der Welt, die du liebst und für die Christus starb, mit der Achtsamkeit des Gebets begegnen. Im Namen Christi, der sich für uns dahingab, Amen.“

Die Arbeitshilfe steht zum Download bereit unter https://www.emk-hauskreise.de.

Joachim Feldes, Dannstadt-Schauernheim

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