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Quinquagesimae – Estomihi / 8. Sonntag im Jahreskreis (3.03.19)

Quinquagesimae – Estomihi / 8. Sonntag im Jahreskreis


ev. Predigttext kath. 1. Lesung kath. 2. Lesung kath. Evangelium
Lk 10, 38-42 Sir 27, 4-7 (5-8) 1 Kor 15, 54-58 Lk 6, 39-45

Lk 10,38-42

Maria & Martha

Zwei Frauen, die in der Begegnung mit Jesus Erfahrungen spiegeln, die wir an uns selbst entdecken können. Entweder in der Rolle einer Gastgeberin, eines Gastgebers oder aber im Umgang mit Fremden, denen wir uns widmen. Die eine (Martha) spiegelt die eifrige und unruhige Gastgeberin, die sich viel Mühe macht und Unruhe verbreitet, letztlich, um alles zu tun, damit es dem Gast gut geht. Ihre Schwester hingegen folgt ihrem inneren Impuls und setzt sich zum Gast (Jesus), um ihm Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken.Für eine Beziehung, für den Kairos, den richtigen Moment, ist das offensichtlich genau, was Jesus anspricht. Denn er lobt dieses Verhalten. Es kann ein entscheidender Beitrag zum Frieden und zur Verständigung unter Menschen sein, wenn wir uns füreinander Zeit nehmen, einander zuhören, uns einlassen auf unser Gegenüber, statt in Aktionismus oder erlernte Rollen zu verfallen. Das Hören, das interaktive Geschehen zweier sich begegnender Individuen ist wertvoll, nachhaltig und friedenstiftend.

Sirach 27,4-7 (5-8)

Gerechtigkeit und Frieden ist nur auf dem Weg der Wahrhaftigkeit im Tun und im Reden möglich. Das Reden des Menschen kann als Kriterium für die Wahrheit und Gerechtigkeit genommen werden. So wie man die Qualität eines Baumes erst an seinen Früchten messen kann, kann man den Menschen an dem messen, was er tut und redet.

Lk 6,39-45

In diesen Jesus zugeschriebenen Sätzen aus den Seligpreisungen und den darauf folgenden Mahnungen zur Stellung zum Nächsten geht es auch um Gerechtigkeit. Wer nur Fehler und Versagen anderer sieht, die Wahrnehmung eigener Unzulänglichkeiten aber ausblendet, disqualifiziert sich als Heuchler und wird nicht ernst genommen.

Gerechtigkeit kann nie eine einseitige Angelegnheit sein. Sie fordert die Wahrnehmung aller Betroffenen und Ehrlichkeit.

Bernd Müller, Frankfurt

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