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Handlungsebenen

Schwerpunktthema Verwundbarkeit: Handlungsebenen

Predigt und allg. Kommunikation

Das zentrale Problem bei der Verwundbarkeit der Schöpfung und der schützenden sozialen Strukturen ist, dass zu wenig darüber geredet wird. Wissenschaftlich ist die Verwundbarkeit unübersehbar. Die ökologischen, sozialen und ökonomischen Selbstheilungskräfte erreichen vielfach ihre Grenzen. Aber es wird so getan, als habe die Weltgesellschaft die Entwicklung im Griff: Alles eine Frage der Machbarkeit - zum gegebenen Zeitpunkt.

Machbarkeitswahn verträgt sich jedoch nicht mit dem Wissen über die Verwundbarkeit der Strukturen.

Der Begriff der Verwundbarkeit muss ebenso wie Machbarkeit im öffentlichen Diskurs vertraut und üblich werden. Die Kommunikation der Kirchen, der Kirchlichen Hilfswerke und nicht zuletzt die Predigt können Akzente setzen. Die Anerkennung der Verletzlichkeit der Wirtschaftssysteme im Kleinen und im Großen hilft, sich an den Begriff Verletzlichkeit zu gewöhnen, mit ihm vertrauter zu werden. Aus Verwundbarkeit und Machbarkeit entsteht das geschuldetete Handeln: mir und dem / der Nächsten geschuldet (ob fern oder nah), der Gerechtigkeit und dem christlichen Glauben geschuldet, der Ebenbildlichkeit und Weisheit geschuldet.

Die Schöpfung ist verwundbar. Es geht darum, diese Verwundbarkeit in unserem Denken und Handeln als Hintergrund für Machbarkeit zu verankern.

Predigtimpulse des Kirchenjahres 2019/20, die sich direkt mit dem Thema Verwundbarkeit auseinandersetzen:

24.12.19 Heilig Abend (Martin Domke, Ev. Kirche von Westfalen): Verwundbarkeit im Zentrum der Geschichte von Bethlehem

23.02.20 Quinquagesimae - Estomihi / 7. Sonntag im Jahreskreis (Annette Muhr-Nelson, Ev. Kirche von Westfalen): Misshandlung, Leiden, Verbundenheit mit der ganzen Schöpfung, Recht auf Unversehrtheit, Mobbing und Ausbeutung in Verbindung mit Blindheit - gegenüber der Schuld / dem geschuldeteten Handeln

1.03.20 1. Fastensonntag, Invokavit (Elisabeth Schmitter, Bistum Rottenburg-Stuttgart): Sündenfall - Verletzung der Vertrautheit / des Vertrauens; Ökol. Krise - die Verletzung der Schöpfung und des Schöpfers; Jesus als "neuer Adam" und Heiler der Verletzungen und des Vertrauensverlusts

5.04.20 Palmsonntag (Predigt von Weihbischof em. Dr. Paul Wehrle, Erzbistum Freiburg, veröffentlicht im "Konradsblatt"): Verwundbarkeit angesichts des Corona-Virus; Palmsonntag als symbolisches Tor zu neuem Handeln, als anschauliches Angebot zur Um- und Neuorientierung (PDF-Datei 30 kB)

9.04.20 Gründonnerstag (Eckhard Raabe, Bistum Rottenburg-Stuttgart): Fußwaschung als Zeichen der Verwundbarkeit / Verletzlichkeit; Abendmahl als Begegnung von Heil und Verwundung; Wunden des Lebens, der Menschheit zugefügt

11.06.20 Fronleichnam (Christoph Schmitt, Bistum Rottenburg-Stuttgart): Reflexionen zum Thema Verwundbarkeit mit Bezügen zu wiss. Arbeiten und zur Kunst; eigene Verwundbarkeit annehmen, Leben in Zerbrechlichkeit als Gabe erkennen u.v.m

26.07.20 7. Sonntag nach Trinitatis / 17. Sonntag im Jahreskreis (Ralf Lange-Sonntag, Ev. Kirche von Westfalen): Die Verletzlichkeit führt in der Realität dazu, dass es Verletzte gibt, dass Verletzungen stattfinden, das verletzt den Willen Gottes; Gastfreundlichkeit vs. MigrantInnen, Gefangene, Misshandelte; Passivität als Sünde; Billigflüge und Billigfleisch als Akt der Verletzung

02.08.20 8. Sonntag nach Trinitatis / 18. Sonntag im Jahreskreis (Dr. Willi Knecht, Bistum Rottenburg-Stuttgart): den notleidenden Nächsten zu entdecken gelingt, wenn das Wort Jesu verstanden wurde; Teilen als Königsweg gegen Hunger; Verletzung der Menschenwürde durch Hunger

weitere Suchbegriffe: Verletzbarkeit, Verletzlichkeit, verletzen, Verwundung, Wunde

 

Nachhaltigkeit / Initiativen auf Bistums- und Landeskirchenebene

 

(Fortsetzung folgt)

 

Konsum / Ressourcen - ¦ - Corona / Covid-19

Viele Verletzungen sind Ergebnisse einer Form des Lebens und Wirtschaftes, die auf die Anhäufung von Privateigentum und Maximierung von Gewinnen abstellt. Die Welt vor der Corona-Krise und erst Recht die Welt in der Corona-Krise lässt die Verletzlichkeit der Wirtschafts- und Sozialsysteme erkennen, ganz gleich, ob in den Industriestaaten oder Entwicklungsländern. Die Initiative „Anders wachsen", gegründet in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens in Leipzig nimmt sich dieses Themas seit 2011 an und erarbeitet tragfähige und gerechte Alternativen des Wirtschaftens.
 
(Fortsetzung folgt)
 
 

Spenden

Wer in seinem persönlichen Umfeld keinen Ansatzpunkt findet oder mehr machen möchte, kann mit einer Spende an die kirchlichen Hilfswerke viel erreichen. „Brot für die Welt", „Misereor" und andere setzen sich dafür ein, dass bei Krisen oder menschlich-sozialen Katastrophen unmittelbare Hilfe erfolgt und dass sich Strukturen zum Besseren hin verändern.

 

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