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Schwerpunktthema 2017/18 "Bedrohte Freiheit"

Bedrohte Freiheit - Schwerpunktthema im Kirchenjahr 2017/2018

Auf den ersten Blick scheint der Begriff oder Terminus "bedrohte Freiheit" leicht einzuordnen: Betroffen sind von bedrohter Freiheit in erster Linie Bürgerinnen und Bürger in Diktaturen bzw. unter autoritären Regimes. Europa oder die USA sind weniger bedroht, so scheint es, mit Ausnahme von Minderheiten, dafür viele Länder Afrikas, die ihre historischen kolonialen Abhängigkeiten nicht abschütteln und neokolonialistischen Kraftfeldern der Weltwirtschaft ausgesetzt sind.

welternaehrungDoch der erste Blick täuscht.

Eric Souga Onomo aus Kamerun, Theologe an der Universität Bamberg, meint dazu: "Bedrohte Freiheit ist für die Länder Afrikas kein Thema. Denn Afrika ist der Kontinent ohne Freiheit. Zunächst muss Freiheit gelebt werden, bevor sie bedroht werden kann." Der Denkansatz sei für Afrika falsch. Die Freiheit zu reden, die eigene Meinung zum Ausdruck zu bringen, zu wählen mit echtem Einfluss auf die Ergebnisse - "die kleine Würde des Menschen" - sie ist nicht gelebt. In vielen Ländern geht es nicht um die Freiheit der Einzelnen, weil Freiheit auf Regierungsebene schon fehlt.

Bedrohte Freiheit bei uns? Als die Herausgeber sich auf das Schwerpunktthema verständigten, war eine der Grundlagen ein Artikel in der "ZEIT" vom 20.01.2017 - "Der neue Ölmensch". Bedeutsam für die Thematik erschien dabei nicht die rückwärtsgerichtete Denkweise der "Erdöl-Milliardäre", die der Artikel heraustellte, sondern der Ausschluss eines großen Rests der Welt durch das strukturdominierende Wirken einer die Welt ausbeutenden "Clique von Superreichen". Bedrohend für die Freiheit des Rests der Welt sei der korrupte Gestaltungswille, die letzten Ressourcen aus der Erde herauszuholen, statt auf mitgestaltende Partizipation auf globaler Ebene und Weitsicht umzuschalten.

Es gibt viele Ansätze in dieser Art, die Freiheit bedrohen. Konsumzwang, der unter dem Tarnmantel einer "unbedingten Freiheit" daherkommt und sich auf die gesellschaftlich möglichen Lebensformen determinierend auswirkt, das bedrohliche "technokratische Paradigma", das die Enzyklika "Laudato si'" beschreibt, und die Schere zwischen armen und reichen Ländern / Familien gehören dazu! Die Herausgeber möchten die Zusammenhänge zwischen Nachhaltigkeit, christlichem Glauben und bedrohter Freiheit im Kirchenjahr 2017/18 aus verschiedenen Perspektiven beleuchten.

Ihre Redaktionsgruppe
(Die Schwerpunktseite wird während des Kirchenjahrs fortlaufend ergänzt und vertieft.) (Aktualisierung: 7.04.2018)

Menschenrechte

TitelAtlasZG

Nicht nur Menschenrechte werden global verletzt und mit den Füßen getreten, sondern auch diejenigen, die sich dafür einsetzen.

Der 2018 erschienene Atlas der Zivilgesellschaft stellt zusammen, in welchem Maß shrinking space für Menschen und Organisationen stattfindet und sich systematisch verstärkt.

Bedrohte Freiheit für die, die sich für Freiheit und Gerechtigkeit einsetzen, kommt zu den Verletzungen der Menschenrechte in globalem Maßstab potenzierend hinzu.

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Stichwort "Afrika".

Neben schöner Landschaft und unendlicher Weite, Regenwald, Sahara und dem Kap der Guten Hoffnung steht Afrika in der heutigen Wahrnehmung für Bürgerkriege, Ausbeutung von Rohstoffen (Coltan, Diamanten, Gold), Menschenrechtsverletzung und Korruption. Der Umgang mit Institutionen und Menschen 989375761 KONGO Plakat webin Afrika weist Merkmale von Neo-Imperialismus auf. Dagegen fehlen Merkmale eines Verständnisses von Gerechtigkeit im globalen Gegen- oder Miteinander.

Der Kontinent ohne Freiheit seufzt und ächzt ... - frei nach Röm 8.

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Wasser für alle

BfdW-Aktion 01In vielen Regionen der Erde ist Wasser knapp, allein klimatisch oder geografisch bedingt. Das ist allgemein bekannt, aber nicht der Grund, dieses Thema unter "bedrohte Freiheit" hier anzusprechen.

Die Bewohner haben sich arrangiert und ihren Lebensstil über Jahrhunderte den natürlichen Gegebenheiten angepasst. Der Klimawandel verschärft den Wassermangel drastisch.

Die neue Aktion von Brot für die Welt für das Kirchenjahr 2017/18, "Wasser für alle", zeigt in besonderer Weise, wie Freiheit für andere bedroht wird oder verloren geht, weil wir uns zu viel davon "herausnehmen".

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Im eigenen Land

Bedrohte Freiheit ist nicht nur ein Phänomen in totalitären oder "fremden Ländern". Auch in den 22 Staaten, die in Bezug auf den Civic Space als "offen" gelten, entstehen strukturell bedingt Randgruppen, deren Partizipation am öffentlichen Leben blockiert ist.

Doch nicht nur Arbeitsosigkeit und der Status "alleinerziehend" führen zu Ausgrenzung.

Auch das Schüren von Ängsten ist bekanntlich ein Feind der Freiheit.

Toleranz transportiert die Idee der Freiheit im öffentlichen Raum und zu Hause. Zur Freiheit "im eigenen Land" gehört das Gewaltmonopol des demokratischen Staates.

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"Der neue Ölmensch"

In der "ZEIT" erschien am 20.01.2017, dem Tag der Vereidigung des neuen Präsidenten der USA, ein Artikel "Der neue Ölmensch".

Mit der Person Trumps wird eine "Ideologie des fossilen Kapitalismus" in Verbindung gebracht und in dem Artikel als "existenzielle Gefahr" bezeichnet.

Existenzielle Gefahr?!

  • Ausschlachtung planetarer Ressourcen
  • Blockade zukunftsfähiger Initiativen

Parallel stellte Erzbischof Burger, Freiburg, am 18.01.2017 seine Vision eines klimaneutralen Bistums vor. Freiheit der Kontraste ...

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Predigtanregungen

Predigtanregungen in diesem Kirchenjahr, die auf das Thema "Bedrohte Freiheit" - explizit - eingehen:

14.01.18 (innere Freiheit, Meinungs- und Glaubensfreiheit),

6.05.18 (bedrohte Freiheit - Mangel an Liebe; Profit als Bedrohung von Freiheit; Fähigkeit umzudenken, z.B. bei Petrus) und

8.07.18 (vorhandene Horizonte - wieder - in den Blick nehmen)

 

Weitere Predigtimpulse im größeren Umfeld von "Freiheit" ergeben sich über die Eingabe des Suchbegriffs in das Suchfeld rechts oben.

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