wieviel

Ilse Junkermann

Ilse Junkermann

"Nachhaltig predigen" zu können ist wohl der Wunsch jeder Verkündigerin oder jedes Verkündigers. Soll doch das ausgelegte wie das gehörte Wort eine nachhaltige, also andauernde, sich beständig erneuernde und tragfähige Zuversicht, ja Lebendigkeit mit sich bringen.

"Nachhaltig predigen" bedarf aber nicht nur des Sprechers sondern auch des Hörers oder der Hörerin. Wer das Bedürfnis zum aufmerksamen Zuhören und sich ansprechen Lassen mitbringt, ist schon offen für ein nachhaltiges Leben. Denn: Wer gern und aktiv zuhört, kennt - neben seiner Kraft und seinen Fähigkeiten - auch seine Grenzen. Diese zu akzeptieren ist mitunter schwer, hat allerdings so gut wie immer eine befreiende und heilsame Wirkung.

Die Bibel als Gottes Wort beherbergt neben ihren vielfältigen Naturbildern und Lebensmetaphern auch starke Erzählungen vom Wechselspiel "Begrenzung und Befreiung". Die Reihe "Nachhaltig predigen" möchte besonders auf diesen Zusammenhang aufmerksam machen und über die Gottesdienstgemeinde in unsere ganze Gesellschaft tragen. Wir brauchen diese begrenzende, weil letztlich befreiende Orientierung als Kraftquelle, um unser Limit akzeptieren und - ach, es ist wirklich schwer - leben zu können. Sei es bei der Frage des individuellen Wohlstandes wie des ökonomischen Wachstums. Diese anstehenden Begrenzungen schaffen Räume, damit vor allem unsere Schwestern und Brüder in Süden der Erde sich noch entwickeln können. Sie nehmen Lasten von der Natur, die diese nicht mehr tragen kann, ebenso wie von uns selbst.

Die Reihe "Nachhaltig Predigen" ist mir wichtig, weil sie diese Verantwortung für unsere Welt als Gottes Schöpfung mit dem Respekt begründet, der aus dem Hören auf Gottes Wort und Weisung erwächst.

Nach oben